Liebe, Mord und Klassik: Neue ARD-Serie wird in Weimar gedreht

Die wichtigsten Darsteller der Serie stellten sich in Fotopose: von links Michael Greiling (Rolle Joseph Ottner), Isabell Gerschke (als Kristina Katzer), Oliver Franck (als Lukas Hundt), Sarah Alles (als Yvette Müller), Tobias Schenke (als Dr. Leo Sturm).
 
Sie spielen die Hauptrollen: Isabell Gerschke (als Kristina Katzer) und Oliver Franck (als Lukas Hundt.
Weimar: Marschallstraße | Große Scheinwerfer leuchten am Ende der ­Marschallstraße, vis-à-vis vom Weimarer Schloss. Dicht gedrängt stehen am schmalen Fußweg Wohnwagen und Anhänger. Ich will nicht allzu neugierig wirken, schaue nur leicht schräg. Eine gut gefüllte Kleiderkammer ist zu sehen. Gleich nebenan riecht es nach Bockwurst. Eine Thermoskanne steht auf einem Tresen, auch eine Schale Obst. Für Verpflegung ist also gesorgt. Vor der Hausnummer 3 sitzen ein paar Leute. Ich muss über viele Kabel steigen: Hier wird gedreht!

Weimar ist Kulisse für einen neuen Ableger der ARD-Vorabendserie „Heiter bis tödlich” und eine Agentur aus München hat die Presse eingeladen. Die Agentur Ackermann rühmt sich, schon lange vor Ausstrahlung das öffentliche Interesse an einer Film- und ­Fernsehproduktion schüren zu können. Ihre Referenzliste im Internet ist beeindruckend und die Chefin resolut. Schreiberlinge und Fotografen werden ins Haus geführt. Auf den ersten Blick wirkt es hier wenig anheimelnd. Später erfahre ich von Stephanie Dörner, dass dieses Haus lange leer stand. „Wir fanden, es passt sehr gut zur Stadt”, erklärt die Redakteurin des MDR. Sie überwacht die Produktion im Auftrag ihres Senders. Sechs Räume seien extra für die Serie hergerichtet und ausgestattet worden. „Wir drehen nicht in Kulissen.”

Schon geht es die Treppe hinauf. Vor der ersten Stufe ist der für Weimar typische „Salve”-Gruß auf einer Kokosmatte zu lesen. Das ist kein Zufall, sondern gewollt. „Heiter bis tödlich” ist eine unterhaltsame Krimiserie, die Wert legt auf Lokalkolorit.

Das wird im ersten Stock mehr als deutlich. Die Kulisse zeigt das Büro von Revierleiter Joseph Ottner (gespielt von Michael Greiling). Goethe und Schiller zieren hier Sammeltassen und Schmuckteller im Regal. Auf dem Schreibtisch dienen die Klassikerköpfe als Salz- und Pfefferstreuer. Der Polizeichef soll laut Drehbuch weniger arbeitsam, dafür aber belesen sein. Am Schreibtisch haben sich die wichtigsten Schauspieler der Serie gruppiert. Die Agentur­chefin gibt die Kommandos. Die beiden Kommissare, der Revierleiter, der Pathologe, die Sekretärin: Dutzende Bilder in unterschiedlichsten Posen entstehen. Agenturchefin Heike Ackermann achtet darauf, dass keiner aus der Reihe tanzt und jeder seine Fotos bekommt. Ob die ausgeklügelte Pressearbeit am Ende aufgeht, das wird das Publikum schon im Herbst mit der Fernbedienung entscheiden. Dann geht die erste von acht Folgen auf Sendung.

Die Entscheidung, „Heiter bis tödlich” auch in Weimar spielen zu lassen, war erst im vergangenen Sommer gefallen. Gedreht wird seit Anfang April in der Stadt und im Umland. Das Drehbuch verspricht eine bunte Mischung: ein Schuss Liebe, eine Prise Alltagskomik und etliche Morde. „Wir wissen, dass die Mordstatistik in Weimar Gott sei Dank nicht so hoch ist, wie die Serie suggeriert”, gibt Dörner zu. Doch seien es nun einmal die Tötungsdelikte, die eine besondere Spannung erzeugen.

Nicht ganz der Realität abgeschaut ist wohl auch die Zusammenführung der beiden Kommissare, die den Untertitel „Akte Ex” verantworten. Er, Lukas Hundt (gespielt von Oliver Franck), wird von Berlin nach Weimar strafversetzt und trifft hier seine Jugendflamme Kristina Katzer (gespielt von Isabell Gerschke) wieder. Hundt und Katzer verbinden nicht nur die Erinnerungen an eine leidenschaftliche Liaison, sondern auch eine gemeinsame Tochter, von der der Vater aber nichts weiß...
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1 Kommentar
Simone Schulter aus Weimar | 13.09.2012 | 15:27  
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