Mitarbeiter des Allgemeinen Anzeiger als Statisten bei "Nackt unter Wölfen"

Wann? 01.04.2015 20:15 Uhr

Wo? Buchenwald, Weimar DE
Robert Gallinowski, Sabin Tambrea, Florian Setter, Peter Schneider (von links) spielen die Hauptrollen im Fernsehfilm „Nackt unter Wölfen“, nach Motiven des bekannten Romans von Bruno Apitz. Einige Szenen des Films wurden auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald gedreht. (Foto: MDR / Mario Gentzel)
Weimar: Buchenwald |

Marcus Hlawatsch, beim Allgemeinen Anzeiger Gebietsleiter für Jena, Gera und das Holzland, und Marcus Daßler, Mediaberater in Zeulenroda, waren bei den Filmaufnahmen für den TV-Film "Nackt unter Wölfen" in Weimar als Statisten dabei. Sie erinnern sich.

Marcus Hlawatsch

"Aus Neugier habe ich mich als Statist gemeldet. Ich wollte sehen, wie ein solcher Film entsteht; wissen, was hinter den Kulissen und am Set passiert. Ich habe lediglich in einer Szene mitgewirkt. Für diese musste ich aber eine halbe Nacht gefühlte 150 Mal das Gleiche tun. Irgendwann konnte ich die Worte „Zurück auf Anfang“ schon nicht mehr hören. Zumal wir für diese Szene, bei der es um die Ankunft der Häftlinge am Bahnhof geht, immer wieder von einer etwa 1,20 Meter hohen Lkw-Ladefläche runterspringen, die Gefangenen herunterzerren, schlagen und anschreien mussten.
Es war für mich spannend zu erleben, wie diese traurige Szene durch Effekte wie Nebel, Beleuchtung, nasser Boden, Komparsen in SS-Uniform mit Gewehr und Stahlhelm und einer Schäferhund-Staffel dem Geschehen eine beängstigende Tiefe gaben. Insbesondere bei der Vorstellung, dass diese vor gar nicht langer Zeit Realität gewesen sind.
Mein Resümee: Eine nachdrückliche Erfahrung. Reich und berühmt bin ich nicht geworden. Hollywood hat mich nicht entdeckt. Aber das sollte man als Komparse auch nicht erwarten, zumal die Wahrscheinlichkeit, im Film gesehen zu werden, sehr gering ist."

Marcus Daßler

"Mit großer Spannung bin ich zum Dreh gefahren. Es war mein erster Einsatz als Statist. Besonders gespannt war ich auf den Ablauf der Dreharbeiten, auch weil das Thema so brisant ist. Eingeplant war ich als Offizier, wurde dann aber durch eine Verwechslung in der Maske zum Häftling! Darüber war ich nach dem Dreh sehr froh.
Ein surreales Erlebnis war für mich, als unser Bus voller Häftlinge und SS-Offiziere durch Weimar zum Dreh fuhr. Mein Einsatz kam gegen Abend. Auf dem Carachoweg gingen wir als im Lager ankommende Häftlinge exakt den Weg wie damals die Gefangenen. Immer und immer wieder die gleiche Szene. Loslaufen, sich einreihen, vom Offizier anschreien lassen. „Ihr seid nix!“, brüllte Schauspieler Henning Peker.
Abends befeuchtete die Feuerwehr die Straßen. Eine düstere Atmosphäre entstand. Wir drehten die ganze Nacht. Irgendwann wurde es so anstrengend, dass mir egal war, wer neben oder vor mir lief.
Am Morgen wurde der Einmarsch ins Lager gefilmt. 24 Stunden war ich da schon wach. Die Nebelmaschinen lärmten und erzeugten so eine düstere Stimmung. Ich hatte Gänsehaut, als über dem Krematorium die Sonne aufging und ich durchs Tor ins Lager getrieben wurde. Dann war alles vorbei. Auf der Heimfahrt war ich extrem müde. Nun bin ich gespannt auf den Film."
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6 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.04.2015 | 17:08  
Simone Schulter aus Weimar | 01.04.2015 | 17:27  
Emanuel R. Beer aus Gotha | 01.04.2015 | 18:12  
13.095
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.04.2015 | 18:18  
1.048
Regina Kleiber aus Sondershausen | 02.04.2015 | 10:51  
5.678
Gunter Linke aus Saalfeld | 02.04.2015 | 13:29  
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