Monika Möhler kann Apfelsorten erschmecken

Wann? 19.10.2013

Wo? Ortsmitte, 99438 Bad Berka DE
zeigt einen Mairuck-Apfel. Die Gartenbau-Ingenieurin arbeitet in der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt. Sie kennt sich mit Apfelsorten bestens aus.Zum Obstmarkt in Tiefengruben wird sie auf Wunsch wieder Apfelsorten bestimmen.
Bad Berka: Ortsmitte | Großes Bedauern ist nicht zu spüren, wenn Monika Möhler auf die mickrige Apfelernte in diesem Jahr zu sprechen kommt. Sie kann diesem Umstand durchaus etwas Positives abgewinnen: Mehr Platz und mehr Raum. Die Diplom-Ingenieurin für Gartenbau ist am 19. Oktober zu Gast auf dem Obstmarkt in Tiefengruben, um Apfelsorten zu bestimmen. In der Vergangenheit herrschte dort immer sehr viel Andrang. Diesmal hofft sie, durch die knappe Ernte etwas mehr Zeit für die Bestimmung und für Gespräche zu haben.

Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die ihren Rat suchen. „Manche haben ein Grundstück übernommen und wissen nicht, welche Apfelsorte im Garten wächst“, erklärt Monika Möhler. Denn Apfel ist nicht gleich Apfel. Manche sind zum Sofortverzehr geeignet, andere kann man lange lagern. Mit einer Sorte backt man am besten Kuchen, eine andere bringt viel Most. Wer weiß, was im Garten wächst, kann seine Äpfel besser nutzen.

Doch auch junge Leute kommen zu ihr. Sie sind auf der Suche nach dem Apfel ihrer Kindheit. Sie wollen genau jene Sorte im eigenen Garten pflanzen, die sie bei Oma und Opa so gern gegessen haben. Andere habe sich einen Baum im Gartenmarkt gekauft. Doch die Früchte sind ganz anders als beschrieben. „Sie wollten vielleicht eine Boskop kaufen und haben etwas anderes bekommen“, so Möhler. Manchmal seien die Bäume eben nicht korrekt etikettiert.

Um eine Apfelsorte zu bestimmen, nutzt die Ingenieurin all ihre Sinne. Sie fühlt die Schale, schaut sich deren Farben an, sieht nach, wie das Kernhaus geformt ist und wie weit die Kelchröhre ins Fruchtfleisch reicht. Auch die Farbe des Fruchtfleisches ist sehr unterschiedlich. Manche Sorten hört sie. „Alle Coxe klappern“, erklärt sie. Auch beim „Abknacken“, dem Brechen des Apfels, ergeben sich typische Geräusche. Wenn nach all den Tests immer noch Zweifel besten, wird der Apfel gekostet. Dann erschmeckt Monika Möhler die Sorte.

„Doch wir bekommen es nicht immer raus“, ist sie ehrlich. Schließlich gibt es über 5000 Apfelsorten auf der Welt. Wer Monika Möhler die Bestimmung erleichtern möchte, der bringe drei bis fünf möglichst typische Äpfel mit. „Manche haben nur einen mit und der steckte die ganze Zeit auch noch in der Tasche. Ohne Blatt und Stil“, erzählt sie von manchen unbewusst aufgebauten Hürden.

Auch wer noch auf der Suche nach einem geeigneten Apfelbaum ist, kann die Fachfrau um Rat fragen. Ob alte oder neue Sorten, da will sie sich nicht festlegen. Sie stehe nicht prinzipiell auf die alten. Dass diese besonders robust waren, sei eine falsche Annahme. Nicht geeignet für den Hobbygarten seien Sorten aus dem intensiven Anbau. Der Elstar beispielsweise funktioniere zu Hause überhaupt nicht. Im heimischen Garten brauche man Sorten, die wenig Pflege brauchen. „Der Champion ist zum Beispiel eine sehr dankbare Sorte.“ Etwa 25 Sorten gelten als typisch für Thüringen. In der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt, wo Monika Möhler beschäftigt ist, hat man diese auf einem Faltblatt zusammengefasst. Ihre eigene Vorliebe gilt der Carola. Dieser Apfel ist nicht empfindlich, dafür aber knackig und saftig. „Aber ich habe auch noch Lieblingsäpfel an 2., 3. und 4. Stelle.“

TERMIN
• Obstmarkt in Tiefengruben am 19. Oktober, ab 10 Uhr
• mit Verkauf von Obst, Gemüse und Kräutern
• regionales Handwerk
• Angeboten zum Schauen und Mitmachen
• Musik, Theater, Kuchen
• Festgottesdienst, Erntedank
• Ausstellung, Kirche, Zeichnungen von K. D. Herzog
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige