Rot-weiß gewickelt: Elfriede Pfau kommt seit 60 Jahren zum Weimarer Zwiebelmarkt

Elfriede Pfau aus ­Heldrungen wickelt seit fast 60 ­Jahren ­Zwiebelrispen für den ­Weimarer Zwiebelmarkt.
75 Jahre sind für Elfriede Pfau noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen. Gerade im Herbst hat sie viel zu tun, schließlich stammt sie aus einer alten Heldrunger Zwiebelbauernfamilie.

Morgens um sieben beginnt sie ihr Tagwerk und ist meist bis in den frühen Abend hinein beschäftigt. Denn im Lagerraum stehen Kisten über Kisten mit Zwiebeln – rote und weiße, dazu viele Strohblumen und Knoblauch.
Unter ihren noch immer geschickten Händen entstehen die beliebten Zwiebelrispen, die Heldrungen bekannt gemacht haben. „Mir macht das noch viel Spaß“, erzählt sie. „Doch das Wickeln der Rispen ist die geringste Arbeit.“ Pflanzen, jäten, ernten, trocknen, putzen: all das ist zu erledigen, bis die Zwiebeln und der Knoblauch eine Rispe zieren. Verkauft werden die Heldrunger Zwiebelrispen auf den Märkten in der Region.

Einen festen Platz im Terminplan der Familie Pfau hat der Weimarer Zwiebelmarkt. Seit 1954 fährt die Rentnerin hierher, hat verfolgt, wie sich der Bauernmarkt allmählich zu Thüringens größtem Volksfest gemausert hat.
Dass die Zwiebelbauern auf Weimars Straßen und Plätzen immer weniger werden, betrachten sie und ihre Familie mit etwas Sorge. Auch vor den Bauern in Heldrungen macht der demografische Wandel keinen Halt. „Das ­Durchschnittsalter liegt bei 65 bis 70“, erklärt Sohn Heiko Pfau. Dass die Familie immer noch nach Weimar fährt, sei seiner Mutter zu verdanken.

Auch in diesem Jahr wird Elfriede Pfau mit ihrer Familie am Stand in der Schillerstraße stehen, um Rispen und Gemüse zu verkaufen. Seit 1954 hat sie – bis auf 1962 – keinen Weimarer Markt ausgelassen. „Damals war die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und wir durften nicht fahren“, erinnert sie sich. Mittlerweile gönnt sie sich während des Marktes ein Hotelzimmer. Das erspart den Auf- und Abbau des Standes an den drei Markttagen.

Wie lange sie noch nach Weimar kommen möchte? „So lange mich der liebe Gott lässt.“ Im nächsten Jahr will sie aber auf jeden Fall noch am Stand vor dem Frauentor-Café stehen. Dann jährt sich zum 60. Mal ihr Start in Weimar.
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