Trabi-Freunde betreiben Museum: Großes Zweitakter-Treffen in Süßenborn

Trabi-Team-Chef Dieter Pemsel vor dem Trabimuseum Hottelstedt.
  Hottelstedt: Trabi-Museum | Als Auto des kleinen Mannes galt der Trabant in der DDR. Die lange Wartezeit auf einen Neuwagen dieser Marke aus dem sächsischen Zwickau ist ein Indiz für die Probleme der sozialistischen Marktwirtschaft.

Robust, sparsam, nicht klein zu kriegen, so war er. Damit ähnelte das Auto mit dem Zwei-Takt-Motor ein bisschen auch den Menschen im Land.
Heute hat der Trabi längst Kultstatus erlangt – nicht nur im Osten Deutschlands. Fanclubs gibt es mittlerweile in Hessen und Bayern ebenso wie in den Niederlanden und der Schweiz. „Ein Schriftzug von der letzten Modellreihe kostet unter Sammlern rund 150 Euro“, erläutert Dieter Pemsel – auch ein bisschen bedauernd. Hatte er doch Anfang der 1990er Jahre ein komplettes Auto noch für 500 DM kaufen können. Aus diesem damaligen Spontankauf wuchs eine Leidenschaft, die Pemsel noch heute fesselt. Mittlerweile ist er Vereinsvorsitzender des Trabi-Team Thüringen Weimarer Land. 42 Mitglieder sind im Verein organisiert, darunter viele Jugendliche. „Am Trabi kann man ohne großes Wissen und Können herumschrauben“, erklärt Pemsel. Das mache das Auto heute für junge Leute interessant.

Für seine Zwei-Takt-Schätze hat der Verein im Mai 2010 in einem alten Stallgebäude in Hottelstedt ein Trabi-Museum eröffnet. Gleichzeitig dient das Gebäude als Vereinshaus. Hier kann man sich einen Überblick über die unterschiedlichen Trabant-Modelle verschaffen. Das älteste Fahrzeug ist ein P 50, wurde 1959 gebaut und noch zweifarbig lackiert. „Das wurde aber schon 1960 wieder eingestellt“, so Pemsel. „Die haben gemerkt, dass sich das Auto auch so verkauft.“ Unter den Ausstellungsstücken sind etliche Raritäten. Zu ihnen zählt eines jener Fahrzeuge, die zwei Jahre in der Türkei auf Halde standen. 444 Stück waren noch von der DDR-Regierung an den Bosporus geliefert worden, doch infolge der Wendewirren dort nie in den Verkauf gekommen. Auch Trabis als Dienstwagen für Polizei, Post und Forst werden in Hottelstedt gezeigt, ebenso wie Pick-ups.

Um Ersatzteile brauchen sich die Trabi-Freunde derzeit keine Sorgen zu machen. Auf dem Hof stehen zahlreiche Autos zum Ausschlachten oder für den Neuaufbau. Doch die Zeit für Umbauten sei rar, bedauert Pemsel. Kümmern sich die Vereinsmitglieder doch gerade um ihren lang ersehnten Wasseranschluss für‘s Vereinshaus. Gleichzeitig bereiten sie das 17. Trabi-Treffen in Weimar-Süßenborn vor.

INFORM@TION:
Das Museum hat jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Sonderöffnungszeiten können nach vorheriger Absprache unter 0177/5156600 vereinbart werden. Jeden ersten Sonnabend im Monat wird zum Schraubertag eingeladen. Mehr: www.trabi-team-thueringen.de.

TRABI-TREFFEN IN SÜSSENBORN AM 9. UND 10. JUNI
• Zum 17. Mal lädt das Trabi-Team Thüringen Weimarer Land zum Treffen mit Teile-Markt und Camping-Möglichkeit nach Weimar-Süßenborn ein.

• Höhepunkt am 9. Juni ist eine Orientierungsfahrt (nach StVO) rund um den Ettersberg mit Sonderprüfungen. Start 10.30 Uhr.
• Ab 15 Uhr Wettbewerbe, Spiele, Fahrzeugbewertung und Fahrten mit einem Spezialtrabant. Ab 18.30 Uhr spielen die „Country Twister“.

• Am 10. Juni startet um 10 Uhr eine Stadtrundfahrt nach Weimar. Ab 12 Uhr werden alle Teilnehmer verabschiedet.
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1 Kommentar
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Steffen Weiß aus Gera | 06.06.2012 | 08:16  
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