Wassermühle Denstedt plant große Investition - Zum Mühlentag geöffnet

Wann? 09.06.2014

Wo? Karl-Marx-Straße 2, 99441 Kromsdorf DE
Müller Ralf Clauder an einem der Walzenstühle in seiner Mühle.
 
Ralf Clauder am Wassereinlauf der Denstedter Mühle.
Kromsdorf: Karl-Marx-Straße 2 | "Wir rechnen zum Mühlentag mit rund 1500 Besuchern.“
Ralf Clauder, Mühlenbesitzer

In dritter Generation betreibt Ralf Clauder die Wassermühle in Denstedt. „Ich bin hier groß geworden und habe schon früh mitgeholfen“, erklärt er. So war es fast zwangsläufig, dass auch er nach dem Großvater und dem Vater Müller wurde. Selbst zu DDR-Zeiten konnte die Mühle als Familienbetrieb geführt werden. „Wir waren für eine Verstaatlichung zu klein“, erklärt Clauder, der zudem Ingenieur für Getreideverarbeitung ist.

Brüssel fordert eine Fischtreppe


Das Klima für kleine Betriebe wie die Mühle an der Ilm ist rau geblieben, auch wenn die Umstände heute andere sind. Sorgen bereitet Ralf Clauder derzeit die europäische Wasserrahmenrichtline. „Ich muss eine Fischtreppe bauen“, erklärt er. Ziel der EU sei es, dass Fische von der Quelle bis zur Mündung und zurück durchgängig schwimmen können. 14 Becken muss Clauder bauen. Ein Höhenunterschied von jeweils 20 Zentimetern erlaubt den Fischen ungehindertes Fortbewegen auch entgegen der Ilmströmung. Für Clauder bedeutet das eine Investition im mittleren sechsstelligen Bereich. „Das ist für mich eine Riesenherausforderung.“ Diese würde sich aber nur rechnen, wenn zusätzlich eine neue Wasserkraftanlage baut. Doch damit steigt er Finanzbedarf noch einmal in eine nicht unerhebliche Höhe. „Ohne Druck würde ich das nicht machen.“ Derzeit läuft der Genehmigungsantrag. Klappt alles, wird die Francis-Turbine mit 35 kW aus den 1950er Jahren durch eine neue Anlage mit 100 kW ersetzt.

Getreide stammt von heimischen Äckern


In Denstedt wird ganzjährig gemahlen - alle Mehlsorten von Roggen, Dinkel und Weizen. Das Getreide stammt von den Feldern um Pfuhlsborn und Holzdorf. So mancher Hobbybäcker holt sich bei Clauders sein Mehl für die eigene Backstube. Doch Hauptabnehmer sind die kleinen Bäckereien in Weimar, Apolda und Bad Berka. Auch an dieser Front hat der Familienbetrieb zu kämpfen. Fünf bis sechs Bäckermeister haben in den letzten zehn Jahren ihr Geschäft aufgegeben. „Das hat sich bei uns bemerkbar gemacht“, zieht Ralf Clauder Bilanz. Ebenso dass ein Großabnehmer nur noch glutenfreie Kartoffelpuffer produziert und auf sein Mehl verzichtet.

Pfingstmontag sind Türen geöffnet


Über Brüsseler Vorschriften und andere Zwänge wird auch am Pfingstmontag zu sprechen sein. Doch vor allem sollen die Gäste sehen können, wie aus dem ganzen Korn Mehl gemahlen wird. Clauders laden auch in diesem Jahr zum traditionellen Mühlentag ein. Die ganze Familie ist dann auf den Beinen. Auch viele Freunde helfen aus. Wer möchte, kann die Mühle selbst erkunden oder an einer Führung teilnehmen. Zudem wird ein Film gezeigt, der den gesamten Produktionsablauf erläutert. Mit Bratwürsten und einem Bierwagen ist für das leibliche Wohl gesorgt. Und natürlich gibt es auch Kuchen - gebacken aus Denstedter Mehl.

Der Mühlentag

Seit 1994 lädt die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung alljährlich am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag ein. - Dieser Tag dient dem Ziel, das öffentliche Interesse auf die Mühlen als technische Denkmäler zu richten. Schließlich gelten Mühlen als die ältesten Maschinen der Menschheit. Sie mahlen Getreide, sägen Holz, pressen Öl, stampfen Flachs, schöpfen oder pumpen Wasser zum Antrieb von Schmiedehämmern.

Offen Mühlen am Pfingstmomtag

Folgende Mühlen haben am 9. Juni, von 10 bis 18 Uhr im Weimarer Land geöffnet: Historische Mühle in Eberstedt, Bockwindmühle in Klettbach, Bockwindmühle in Bechstedtstraß, Pfeiffers Mühle in Buchfart, Salzmanns-Mühle auf dem Gelände des Freilichtmuseums Hohenfelden und Wassermühle in Oettern.
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