Wenn man mal müssen muss

Das größte öffentliche WC Weimars ist am Graben, direkt hinterm Kasseturm zu finden.
Weimar: Graben 6 | Zum Welttoilettentag am 19. November: Sieben öffentliche WC-Anlagen können in Weimar genutzt werden.

Müssen muss jeder. Nur reden mag man im Allgemeinen nicht so gern darüber. Dabei sind die regelmäßigen Toilettengänge etwas ganz Selbstverständliches. Schließlich muss raus, was oben einmal reinkam. Vielen Menschen auf der Welt bleibt es versagt, für Verrichtungen dieser Art intakte Sanitäranlagen nutzen zu können. In unseren Breiten haben wir dagegen ein Luxusproblem.

„Es wurden auch schon gebrauchte WC-Bürsten gestohlen“, Kalle, Toilettenmann in Weimar

Wasserklosetts sind heute Standard. Wer unterwegs ein Bedürfnis verspürt, kann öffentliche WCs nutzen. Hier allerdings werden immer mal wieder Anzahl, Kosten und Zustand diskutiert. Zum Welttoilettentag am 19. November hat sich der Allgemeine Anzeiger in Weimar umgesehen, wie es mit öffentlichen Toiletten bestellt ist. Sieben Anlagen stehen Bürgern und Besuchern zur Verfügung: in der Kollegiengasse, auf dem Hauptfriedhof, am Busbahnhof, am Poseckschen Garten, am Frauenplan, am Zeughof und am Graben. Zwei davon können kostenfrei genutzt werden. Bei den anderen sind 50 Cent pro Nutzung zu zahlen.

Für Ordnung und Sauberkeit sorgen hier seit Jahren die Mitarbeiter des Unternehmens „Serviceleistung Fischer“. Zu ihnen zählt Kalle, der seinen vollständigen Namen nicht nennen mag. Die Anzahl der WCs sei ausreichend, wenn nicht gerade Zwiebelmarkt oder andere Großveranstaltungen seien. Auch die 50 Cent Nutzungsgebühr würden meist ohne Murren gezahlt.

„Vier Mal am Tag werden die Toiletten in Weimar mindestens gereinigt. Bei Regenwetter und Matsch auch öfter“, erzählt Kalle. Drei Mitarbeiter kümmern sich darum: wochentags, samstags, sonntags sowie an den Feiertagen. Von 8 bis 19 Uhr (im Sommer bis 20 Uhr) können die Toiletten genutzt werden. Bei jedem Kontrollgang werden WC-Sitze und Becken gereinigt, dazu die Waschbecken. Auch der Boden wird gewischt, Toilettenpapier und Papierhandtücher aufgefüllt. „Rund eineinhalb Stunden ist man unterwegs, um einmal alle WCs zu reinigen“, weiß Kalle und freut sich über positive Resonanz. Bei den unangekündigten Hygienekontrollen habe es noch keine Beanstandungen gegeben. Er selbst dagegen ist nicht wunschlos glücklich: „Wie sich manche benehmen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.“ Als besonders positives Beispiel nennt er japanische Touristen. „Sie sind am saubersten.“
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7 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 16.11.2012 | 20:57  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 17.11.2012 | 09:12  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.11.2012 | 11:05  
Simone Schulter aus Weimar | 19.11.2012 | 10:32  
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Antje Hellmann aus Jena | 19.11.2012 | 10:56  
Simone Schulter aus Weimar | 19.11.2012 | 11:07  
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Antje Hellmann aus Jena | 19.11.2012 | 11:26  
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