Wie ist das Leben als Hausdame, Frau Wiedemann?

Straffes Ziehen sorgt für eine glatte Bettdecke, weiß Nicole Wiedemann. Sie arbeitet seit 1998 als Hausdame im Hotel "Park Inn" in Weimar-Legefeld.
Weimar: Kastanienallee 1 |

Das Bild, das manche TV-Reportagen von Hausdamen zeichnen, will auf Nicole Wiedemann so gar nicht passen. Zwar ist ihr Haar streng nach oben gesteckt, bei der Kleidung dominiert schwarz. Doch das ist dem Dresscode der Hotelbranche geschuldet. Die junge Frau ist kein Drachen, der Mitarbeiter gängelt. Im Gegenteil: Sie wirkt freundlich und ausgeglichen.


Im Hotel „Park Inn“ in Weimar-Legefeld verantwortet Nicole Wiedemann den Bereich „Housekeeping“. Hier arbeiten die guten Geister des Hotels - aber eher im Verborgenen. Sie sorgen für frische Bettwäsche und saubere Handtücher, besorgen auf Wunsch ein dickeres Kopfkissen und füllen die Minibar auf. Zehn Zimmermädchen des Hauses kümmern sich im „Park Inn“ um das Wohlergehen der Gäste und ein sauberes Haus. „Natürlich überprüfe ich die Arbeit der Zimmermädchen. Vier Augen sehen mehr als zwei.“ Aber der Ton mache die Musik. Auf Fehler verweise sie sachlich, höflich. „Man kann über alles reden, aber im angemessenen Ton.“

Nicole Wiedemann ist Hausdame mit ganzer Leidenschaft. „Ich verantworte einen sehr umfangreichen Bereich. Dafür gleicht aber kein Tag dem anderen. Das macht die Arbeit so interessant“, schwärmt sie. Bei ihr laufen viele Fäden in der täglichen Hotelarbeit zusammen. Dazu zählt nicht nur die Zimmerkontrolle, sondern auch die Bestellung von Wäsche und Reinigungsmitteln sowie die Erstellung von Dienstplänen. Dass sie dabei auch an Wochenenden und an Feiertagen arbeiten muss, macht ihr nichts aus.

Manchmal wird die Hausdame auch selbst aktiv. „Ich dekoriere gern“, erklärt sie. Vor allem die Kuschelzimmer, die von Paaren gebucht werden. „Da streue ich Blütenblätter über das Bett oder stelle besondere Badesalze bereit.“ Was dann auf den Zimmern passiert, bleibt ihr verborgen. „Wir sind diskret. Bei uns gilt Schweigepflicht wie beim Arzt.“ So verhält sich das Personal auch, wenn einer der 63000 Gäste im Jahr sein Zimmer nicht so verlässt, wie es wünschenswert wäre. „Wir machen es wieder sauber und gut ist es.“
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