WM-Silber für jungen Industriemechaniker

22 Stunden drehen, fräsen, montieren, verkabeln und programmieren: der 22-jährige Tobias Bornschein hoch konzentriert an vier Wettkampftagen in Leipzig. (Foto: Katharina Schulte)
 
Silber für den Viega-Mitarbeiter Tobias Bornschein aus dem Werk Großheringen (Thüringen). Bei den WorldSkills Leipzig 2013 erkämpfte er für Deutschland eine Silbermedaille im Berufsbild Polymechaniker. (Foto: Katharina Schulte)
Großheringen: Viegastraße 1 | Sie ist silbern und sie ist Zeichen dafür, dass sich Tobias Bornschein in einem 22 Stunden währenden Wettstreit gegenüber elf der weltweit besten Polymechaniker behaupten konnte. Der 22-jährige Facharbeiter aus dem Viega-Werk Großheringen (Weimarer Land) erkämpfte sich bei den 42. Berufsweltmeisterschaften „WorldSkills Leipzig 2013“ eine Silbermedaille in der Sparte Polymechanik. Nach vier Wettkampftagen endete am 7. Juli die WM der Berufe mit einer beeindruckenden Abschlussfeier in Leipzig.

Die Berufsweltmeisterschaften WorldSkills sind das weltweit größte Bildungsevent, bei dem sich im Zwei-Jahres-Rhythmus Auszubildende und junge Facharbeiter bis 22 Jahre in verschiedenen Berufsbildern messen. Dieses Jahr fand die 42. „WM der Berufe“ vom 2. bis 7. Juli in Leipzig statt – und damit nach 40 Jahren wieder einmal in Deutschland. Insgesamt kämpften über 1.000 Teilnehmer in 46 Disziplinen.

Allein das deutsche Team zählte 41 Teilnehmer, die in 36 Berufsbildern antraten. Zweimal Gold, fünfmal Silber und viermal Bronze ist das Ergebnis für Deutschland nach spannenden Wettkämpfen. Tobias Bornschein hatte sich beim deutschen Vorausscheid bereits den Titel „Deutscher Meister der Polymechanik“ erkämpft und vertrat Deutschland gegenüber elf internationalen Mitstreitern, darunter Wettbewerber aus Brasilien, Australien, Japan und Kolumbien.

Während in einigen Berufsfeldern die Wettbewerbsteilnehmer ihre Aufgaben bereits beim Vorbereitungstreffen mitgeteilt bekamen, lüftete sich für Tobias Bornschein das Geheimnis erst vor Ort: Es galt, ein voll funktionsfähiges Modell eines Pressautomaten herzustellen, in exakt 22 Stunden. Daher hieß es im Akkord drehen, fräsen, montieren, verkabeln und programmieren. Jede einzelne Komponente musste der Industriemechaniker selbst herstellen – unter den wachsamen Augen von tausenden Zuschauern, der Jury und den Kameralinsen internationaler Medienvertreter. Tobias Bornschein zeigt sich erleichtert: „Das waren tolle, aber auch sehr anstrengende Tage. Ich freue mich riesig, dass ich mit einer Silbermedaille nach Hause komme.“

Chris Beck, Leiter der Lehrwerkstatt im Viega-Werk Großheringen, hat mit seinem jungen Mitarbeiter in Leipzig mit gefiebert: „In dieser Extremsituation hat Tobias Bornschein Nervenstärke, Fingerfertigkeit und Know-how bewiesen. Als gelernter Industriemechaniker hatte er es in der Sparte Polymechanik ungleich schwerer als Teilnehmer aus anderen Ländern, denn Polymechanik ist in Deutschland kein Ausbildungsberuf.“ Das zusätzliche Know-how in den Feldern Zerspanung, Elektronik und Programmierung hatte sich Tobias Bornschein in der hausinternen Lehrwerkstatt des Thüringer Viega-Werks mit Unterstützung des gesamten Teams erarbeitet. In dieser „Talentschmiede“ besitzt man reichlich Erfahrung mit den Anforderungen in diesem Berufsbild: „Vier deutsche Meister, einen Weltmeister und mit Tobias jetzt zwei Vizeweltmeister der Polymechanik haben wir schon auf ihren Wegen begleitet“, fasst Chris Beck die Erfolge zusammen.

Fachkräftenachwuchs fördern
„Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den drohenden Fachkräftemangel ist es für eine internationale Unternehmensgruppe wie Viega wichtig, sich für die Ausbildung junger Menschen einzusetzen“, sagen die Gesellschafter der Viega-Gruppe Heinz-Bernd Viegener und Walter Viegener. Sie drückten beim Wettbewerb dem jungen Viega Mitarbeiter ganz kräftig die Daumen: „Wir freuen uns, dass sich mit Tobias Bornschein bereits zum sechsten Mal in Folge ein junger Facharbeiter von Viega für die Teilnahme bei den WorldSkills qualifiziert hat. Dass dieser herausragenden Leistung jetzt noch eine Silbermedaille folgte, ist ein weiterer Meilenstein in seinem Lebenslauf. Auf seine Leistung sind wir sehr stolz. Alles in allem zeigt es uns auch, dass wir in Sachen Nachwuchsförderung den richtigen Weg gehen.“ Viega bildet an allen fünf deutschen Standorten derzeit insgesamt 200 junge Menschen in 16 verschiedenen Berufsbildern aus.


Stichwort WorldSkills Leipzig 2013:
Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel fanden die WorldSkills Leipzig 2013 vom 2.-7. Juli auf dem Gelände der Leipziger Messe statt. Bei der WM der Berufe ermittelten über 1.000 Auszubildende und junge Fachkräfte aus der ganzen Welt bis zum Alter von 22 Jahren in 46 Disziplinen ihre Weltmeister. Mehr Informationen unter www.worldskillsleipzig2013.com.

Stichwort Polymechaniker:
Der Wettbewerb im Berufsbild „Polymechaniker“ wurde im Rahmen der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft zum sechsten Mal ausgetragen. Der Polymechaniker ist ein Allrounder, der mechanische Bauteile aus den unterschiedlichsten Werkstoffen herstellt und sie bei Bedarf mit weiteren optischen und elektronischen Komponenten zu kompletten Baugruppen erweitert; das Berufsbild vereint damit Aufgabengebiete eines Zerspanungsmechanikers, Industriemechanikers und Elektronikers. In Deutschland gibt es die Ausbildung zum Polymechaniker offiziell nicht, in der Schweiz lernt man vier Jahre.

Zu Viega:
Über 3.000 Mitarbeiter beschäftigt die Viega Gruppe heute weltweit und gehört zu den führenden Herstellern von Installationstechnik. Die Produkte werden an vier deutschen Standorten gefertigt; spezielle Lösungen für den nordamerikanischen Markt in McPherson/USA. Die Installationstechnik als Kernkompetenz wirkt dabei konstant als Wachstumsmotor. Neben Rohrleitungssystemen gehört zum Produktprogramm Vorwand- und Entwässerungstechnik. Das Sortiment umfasst rund 17.000 Artikel, die nahezu überall zum Einsatz kommen: in der Gebäudetechnik ebenso wie in der Versorgungswirtschaft oder im industriellen Anlagen- und Schiffbau.
1899 erfolgte die Gründung der Unternehmensgruppe in Attendorn (Deutschland). Bereits in den 60er Jahren wurden die Weichen für die Internationalisierung gestellt. Heute kommen Produkte der Marke Viega weltweit zum Einsatz. Der Vertrieb erfolgt überwiegend durch eigene Vertriebsorganisationen in den jeweiligen Märkten.
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1 Kommentar
Simone Schulter aus Weimar | 09.07.2013 | 15:37  
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