Wo man alle Register zieht

Pfarrer Johannes Sparsbrod vor einer nicht alltäglichen Spendentafel, die am Eingang zur Oßmannstedter Kirche vom Engagement der Bürger kündet. Foto: Simone Schulter
Oßmannstedt: Kirche | Nicht allein als Gotteshaus fungiert die Kirche in Oßmannstedt. Über die Jahre hinweg ist sie zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Kulturinteressierte geworden. „Konzerte und andere Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeindearbeit“, erklärt denn auch Pfarrer Johannes Sparsbrod.

Seit nun schon zehn Jahren stehen die Lesungen und Konzerte im Sommer unter der Schirmherrschaft des bekannten Wielandforschers und großzügigen Kulturmäzens Jan-Philipp Reetsma. Auch in diesem Jahr wird er wieder persönlich in Oßmannstedt erwartet, wenn er zum Tag des offenen Denkmals am 11. September zu einer Lesung in die Peterskirche einlädt.

Das große Interesse an den Angeboten in der Oßmannstedter Kirche machte sich auch bemerkbar, als es darum ging, die Orgel zu sanieren. 80 000 Euro konnte die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Möglich wurde das, weil sich nicht allein die Kirchenmitglieder für die 1810 erbaute Orgel stark machten.
Gesammelt wurde unter dem Motto „Wir ziehen alles Register“. Für 700 Euro wurden die Spender mit einem symbolischen Registerknopf an einer Spendentafel am Kircheneingang verewigt. Die Gelder kamen vom Dorftheater und vom Einkaufmarkt, goldene Hochzeitspaare spendeten ebenso wie der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums und die politische Gemeinde Oßmannstedt.

Im vergangenen Jahr konnten die Restaurierungsarbeiten an der Orgel abgeschlossen werden. Seit dem kann das von Johann Benjamin Witzmann erbaute Instrument wieder erklingen.

Nur drei Orgeln sind von diesem Baumeister bekannt. Neben Oßmannstedt sind Witzmann-Orgeln auch in Ulrichshalben und Mellingen zu finden.
Die Orgel in Oßmannstedt besticht durch eingearbeitete Intarsien in der Windlade und durch ihre Größe. „Sie wurde direkt in den Himmel gebaut“, befindet Sparsbrod. „Ein Instrument dieser Art würde heute den doppelten Platz beanspruchen.“

Mit der Orgelweihe im vergangenen Jahr hat die Spendenaktion aber bei weitem noch nicht ihr Ende gefunden. Die Außentreppe muss demnächst in die Kur genommen werden. Im Innenraum stehen Malerarbeiten auf dem Plan.
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