Im Ernterausch - Erntegiganten fressen sich durch die Wintergerste

Neumark: Erzeugergenossenschaft |

Wie in Neumarkt werden in ganz Thüringen die Früchte eingefahren

"Landwirtschaft ist momentan schwierig. Hohe Kosten und niedrige Erlöse", sagt Frank Hoffmann, Abteilungsleiter Pflanzenproduktion in der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG. "Aber wir haben eine gute Basis - motivierte Mitarbeiter, einen starken Fuhrpark - und kommen gut zurecht." Es herrscht emsiges Treiben, pausenlos düsen Traktoren vom Feld mit zwei Hängern voll mit Wintergerste durch den Ort. Das Wetter passt. "Wenn alles klappt dreschen wir heute bis zirka 20 Uhr", sagt Steffen Steinbrück, Vorstand der Erzeuger-Genossenschaft. "Beim Ertrag gehen wir von einer durchschnittlichen Ernte 2014 aus."    


„Wenn das Wetter die nächsten drei Wochen so bleibt, ist das gut für die Ernte.“

Steffen Steinbrück

Doch die beiden Landwirte gehen von einer schwierigen Qualität aus. Während der Wachstums­phase hat der Niederschlag gefehlt. "Die Wintergerste ist zufriedenstellend. Beim Weizen bin ich guter Hoffnung", wirft Hoffmann ein.  

Auf dem Schlag nahe Berlstedt fressen sich zwei von vier Mähdreschern der Genossenschaft durch die trockene Wintergerste und ziehen eine Staubwolke hinter sich her. Über eine Breite von zwölf Metern schneiden die Kolosse die Halme und stopfen sie sich in ihren riesigen Schlund. So ein Erntegigant kann an einen guten Tag bis zu 70 Hektar (ha) abernten (1 ha = 10 000 Quadratmeter).  

"Im Frühjahr konnten wir einen Vegetationsvorsprung von 14 Tagen verzeichnen. Jetzt ist es noch eine Woche", sagt Steinbrück.

Und es erscheint, dass selbst die mageren Erlöse - minus 20 Prozent bei Getreide und zirka minus 25 Prozent bei Raps (29,50 Euro pro dt, 2013 waren es noch 40 Euro) - den Landwirten nicht den Optimismus nehmen können. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass die Erzeuger-Genossenschaft Neumark auf zig Beinen steht und zu den fünf landwirtschaft­lichen Schwergewichten im ­Weimarer Land zählt.



Ürbigens: Die Braugerste geht an die Malzwerke der Region. So kann auch die Vereinsbrauerei in Apolda ein scholleverbundenes Bier produzieren.





Die Erzeuger-Genossenschaft Neumark in Zahlen:


3906 Hektar beträgt die landwirtschaftliche Nutzfläche, davon sind 3891 Hektar Ackerland.

1139 Hektar werden mit Weizen, 148 mit Wintergerste, 585 mit Raps, 207 mit Erbsen, 549 mit Silomais bestellt.

9500 Tonnen belüftbare Lagerkapazität für Getreide ist vorhanden.

66 Mitarbeiter und 6 Azubis sind beschäftigt.

1594 Kühe, 120 Färsen, 200 Kälber stehen in den modernen Ställen.

117 Mitglieder hat die Genossenschaft.

10 210 Tonnen (t) Weizen, 3454 t Sommergerste, 8782 t Zuckerrüben, 954 t Erbsen, 16 921 t Silomais wurden im vergangenen Jahr eingefahren.

40 000 kg Milch werden täglich produziert.

11 500 Kilowatt erzeugt die Biogasanlage pro Tag.


www.egneumark.de
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Renate Jung aus Erfurt | 23.07.2014 | 00:33  
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