Im Zeichen der Bekassine: Mit mehr Wissen durch 2013

Ein langer Schnabel ist das auffälligste Merkmal der Bekassine. Foto: W. Rolfes NABU (Foto: Nabu)
 
Sumpfwiesen-Perlmuttfalter: Die perlmuttartigen Flecken an der Flügelunterseite geben ihm seinen Namen. Foto: Philipp/BUND (Foto: BUND)
Superman wird 75 Jahre, ebenso die elektrische Zahnbürste. Anlass zum Jubeln geben 2013 auch Richard Wagner (200. Geburtstag) und Willy Brandt (100. Geburtstag). Wir gedenken Carl Zeiss (125. Todestag) und August Bebel (100. Todestag). Erinnern sollten wir uns ebenso an den ersten Weltraumflug einer Frau (Walentina Tereschkowa, 16. Juni 1963), die Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay am 29. Mai vor 60 Jahren und die Bekassine. Bekassine?

Längst ist es Usus, nicht nur Gedenk- und Feiertage in den Fokus eines Jahres zu rücken, sondern gleichfalls Pflanzen und Tiere, deren Existenz bedroht ist. Zu letzteren zählt auch die als „Meckervogel“ bekannte Bekassine, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum Vogel des Jahres 2013 gekürt hat. Verantwortlich für den Spitznamen ist der lautstarke Balzruf des Männchens. In den letzten 20 Jahren hat sich der Bestand der Bekassine halbiert. Der NABU macht dafür die fortschreitende Kultivierung von Mooren und Feuchtwiesen als natürlichen Lebensraum des Vogels verantwortlich.

Mit den gleichen Problemen hat auch der Sumpfblumen-Perlmuttfalter zu kämpfen, der mit einer Flügelspanne von bis zu 38 Millimetern zu den mittelgroßen Tagfaltern zählt. Anhand seines Schicksals lasse sich besonders gut zeigen, wie sich der Klimawandel auf die biologische Vielfalt in Deutschland auswirkt, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er wählte den Falter zum Schmetterling des Jahres. Feuchtgebiete trocknen infolge der Erderwärmung immer mehr aus. Die Raupen finden dadurch nicht mehr ausreichend Nahrung.

Als Fisch des Jahres wählte der Verband der Deutschen Sportfischer die Forelle. Staustufen und Wehre in unseren Flüssen machen der bekanntesten heimischen Fischart schwer zu schaffen. Sie verhindern die Wanderung zu den Laichgebieten. Tödliche Gefahren gehen zudem von Turbinen der Wasserkraftwerke aus. Der Verband Deutscher Sportfischer fordert naturnahe und durchgängige Fließgewässer. Nur so hätten Forellen eine Chance, als Schmuckstücke der heimischen Naturlandschaft erhalten zu bleiben.

Die Schlingnatter rückt die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde 2013 als Reptil des Jahres in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die ziemlich anmutende Schlange mit schma­lem Kopf ist nur wenigen bekannt, obwohl sie eine der am weitesten verbreiteten Schlangenarten Europas ist. Oft wird die Schlingnatter mit der Kreuzotter verwechselt. Extensive Landnutzung und fortschreitender Straßenbau grenzen ihren Lebensraum massiv ein. Deshalb wird ihr Bestand als gefährdet eingestuft.

Besondere Aufmerksamkeit misst die Loki-Schmidt-Stiftung dem Leberblümchen zu. Die Blume des Jahres 2013 ist sehr anspruchvoll und gedeiht nur in alten Wäldern. Weil ihr Samen von Ameisen verbreitet wird, breitet sie sich nur langsam aus. Das Leberblümchen darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden.

Fast vergessen ist der Wildapfel. Er zählt zu den seltensten Baumarten. Unauffällig steht er im Wald und am Waldrand. Seine Früchte sind sehr klein und holzig, deshalb wird der Baum Holzapfel genannt. Auch der Lebensraum des Wildapfels ist gefährdet. Von der Dr.-Silvius- Wodarz-Stiftung wurde er deshalb zum Baum des Jahres erklärt.

Mit der Wahl eines Pilzes des Jahres will die Deutsche Gesellschaft für Mykologie auf die Bedeutung der Pflanzen für unser Ökosystem und ihre Artenvielfalt hinweisen. 2013 steht der Braungrüne Zärtling im Blickpunkt. Markant ist sein Geruch. Er stinkt nach Mäusekot. Der Braungrüne Zärtling lebt auf ungedüngten Wiesen, deren Verbreitung immer weiter abnimmt.
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1 Kommentar
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 29.01.2013 | 18:09  
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