Auf einer Entdeckungsreise in den Iran.

Viel wusste ich ja schon aus den Geschichtsbüchern, dass Persien eine Wiege der Zivilisation ist und andererseits verbreitet der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin seine widersprüchlichen Thesen über die Muslime. Mit großem Interesse trat ich also diese Reise, vom IRAN-Haus Weimar empfohlen und mitorganisiert an und lies mich auf dieses Abenteuer ein. Der Flieger von IRAN- Air startete verspätet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main und landete bereits in Belgrad, aber eigentlich wollte ich ja nach Teheran. Ich war schockiert als ich erfuhr, dass die Maschine in Frankfurt nicht betankt wurde und deshalb der Zwischenstopp in Belgrad notwendig wurde. Die Maschine wurde dort betankt und alle Passagiere mussten drin sitzen bleiben, ich fand das sehr beängstigend. Wenn sie Feuer gefangen hätte wäre wohl Niemand übrig geblieben. Nun die Einen werden sagen, selber Schuld, warum müssen sie dorthin fliegen, aber von unseren Angehörigen hätten sich die deutschen Behörden schon die Frage gefallen lassen müssen: Warum haben sie die Maschine in Deutschland landen und ohne aufzutanken wieder starten lassen? Im Flughafen Teheran warteten wir auf die Abfertigung und am großen Bildschirm läuft ein lebhafte Diskussion zwischen zwei Nonnen und drei Männern. Da ich leider nichts verstand fragte ich unseren Reisebegleiter Pirusan aus Weimar, über was reden sie dort und wer sind die Leute? Es wurde über die Fußballmeisterschaft im Brasilien diskutiert und im Iran spielen die Frauen auch Fußball, leider international haben sie bis jetzt kein Erfolg gehabt. Die Nonnen ähnliche Kleidung wird von allen Frauen getragen und auch die Touristinnen müssen ein Kopftuch und lang ärmliche weite Kleidung tragen. Unterwegs haben wir später aber gesehen, dass manche jüngere Frauen die schwarze Kleidung nach und nach durch bunte und auch figurbetonte lang ärmliche Sachen ersetzen. Ich habe den Iran als ein spannendes Land erlebt. Die Bevölkerung ist warmherzig, gastfreundlich und neugierig gegenüber den Besuchern aus dem Ausland. Damit widerspricht das dem westlichen Klischees über die Feindseligkeit der Muslime gegenüber den Fremden. Ich muss somit einem klugen Mann Recht geben, welcher gesagt hat: ''Wer hat dem Westen das Recht gegeben, zu bestimmen, wie wir zu leben haben?'' Dieses Land ist zeitlos alt und zugleich extrem jung, stockkonservativ und höchst dynamisch. Mit rund 78 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 1.648.195 Quadratkilometern zählt der Iran zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Welt. 70 Prozent der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Der derzeitige Bevölkerungszuwachs beträgt etwa 0,88% pro Jahr. Die durchschnittliche Anzahl an Kindern je Frau fiel von 2,2 im Jahr 2000 auf ca. 1,7 im Jahr 2007. (Wikipedia) Auf der Straße gibt es kaum Fahrräder, nur Motorräder, wo mit dem Fahrer manchmal noch die Frau und 2 Kinder drauf sitzen, aber auch PKW´s werden von Frauen gefahren. Die westliche Blockade bricht diesen stolzen Menschen nicht das Rückkrad. Auf dem Straßenrad reparierte ein Mann sein Taxi Marke Renault und sagte uns, dass er keine Ersatzteile aus Frankreich bekommt, wie andere seiner Kollegen, aber wir müssen damit unsere Familien ernähren. Wir sind gezwungen uns selbst zu helfen und wie sie sehen, wir schaffen es auch ohne den Westen. Tatsächlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, Kampf oder Dialog der verschiedenen Kulturen. Ich bin für den Dialog und deshalb empfehle ich eine solche Iran-Reise allen friedlichen Menschen.
Zum Schluss ein Persisches Sprichwort. Die einen streiten viel um Glauben und Bekenntnis. Die anderen grübeln tief nach Wissen und Erkenntnis. So wird es gehen, bis einst der Ruf sie schreckt: Es fehlt so euch wie euch zur Wahrheit das Verständnis.
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