Autocrash und Explosion

Wann? 13.10.2011 bis 15.10.2011

Wo? Weimarhalle, Weimar DE
Bereits im vergangenen Jahr war Weimar Gastgeber der Thüringer Notfalltage. (Foto: agtn/Maik Schuck)
Weimar: Weimarhalle | Die 3. Thüringer Notfalltage vereinen vom 13. bis 15. Oktober in Weimar in der Weimarhalle Rettungskräfte, Ärzte, Feuerwehren und Bereitschaftspolizei aus ganz Thüringen. Unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft der in Thüringen tätigen Notärzte (agtn e.V.) stehen Rechtsfragen im Rettungs- und Notarztdienst, Gewalt gegen Einsatzkräfte und Deeskalation, Einsatzbewältigung sowie Sonderformen der technischen Rettung auf dem Programm. Öffentlichkeitswirksame Demonstrationen und Übungen wird es ebenfalls geben.
Die Tagung wird gemeinsam veranstaltet von der agtn e.V. und der weimar GmbH. Letztere ist wieder für die gesamte Tagungsorganisation verantwortlich. Dr. Jens Reichel, Vorsitzender des Vorstandes der agtn e.V. und gleichzeitig leitender Oberarzt des Fachbereichs Notfallmedizin an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena, und DM Raik Schäfer, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am Universitätsklinikum, sind für das inhaltliche Programm verantwortlich.

Herzinfarkt, Schlaganfälle, Sepsis und Mehrfachschädigungen gehören zu den häufigsten und oft auch anspruchsvollen Fällen bei Noteinsätzen. Die veränderten Empfehlungen zu Behandlungen werden im Plenum und in Workshops diskutiert. Zu den Übungen gehören die Demonstration von Luftrettungsmöglichkeiten durch die Hubschrauberstaffel der Thüringer Polizei auf dem Parkplatz an der Weimarhalle, die Simulation eines Frontalcrashs bei 50 km/h sowie die Rettung von Verletzten vom Dach der Weimarhalle mit einem Hubschrauber. Wenn am Freitag, zwischen 17.30 und 18.30 Uhr ein Kran ein Auto fallen lassen wird, um die Wirkung eines Unfalls bei 50 km/h zu erzielen, soll das durchaus auch beim Publikum Aufmerksamkeit erregen. Die Feuerwehr wird anschließend die Rettung der „verletzten“ Insassen demonstrieren. Auch am Samstag ist eine Großübung geplant: In der Tiefgarage der Weimarhalle ist eine Explosion die Ausgangslage. „Rettung in eingeschränkt zugänglichen Räumen, ohne Funk und wegen Rauchentwicklung ohne Sicht – das soll möglichst realistisch getestet werden. Mit im Boot ist hier die Universität Jena, die gemeinsam mit uns neue Ortungssysteme unter diesen Bedingungen zum Einsatz bringt“, kündigt Reichel an.

Nah an der Praxis und den jüngsten Katastrophen sind die Vorträge im Großen Saal der Weimarhalle. Zu Gast sind unter anderem Dr. Frank Marx, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst bei der Katastrophe zur Love Parade in Duisburg und Dr. Tilo Teichmann, Leitender Notarzt bei der Sandsturm-Massenkarambolage auf der Autobahn 19 bei Rostock im Frühjahr. „Wir haben auch zahlreiche Anregungen aufgenommen: Ein Kurs zur Deeskalation soll Rettungskräften bei aggressivem Klientel helfen – was leider immer häufiger vorkommt“, betont Jens Reichel. Hinzu kommen Übungen in engen Räumen: „Eine Reanimation in einem engen Fahrstuhl ist anders als an einem Krankenhausbett – gleiches gilt für eine Geburt im Krankenwagen. Diese Bedingungen schaffen wir in und an der Weimarhalle.“ Wieder ist es gelungen, auch Jugendliche einzubinden. Am Samstag sind Schüler Goethe-Gymnasiums zur Übung von Wiederbelebungsmaßnahmen eingeladen.

Froh ist Dr. Jens Reichel über die Beteiligung von den vielen Weimarer Rettungskräften, Feuerwehren und Polizei - und das obwohl am Wochenende vor der Tagung mit dem Zwiebelmarkt wieder ein Großeinsatz zu bewältigen war.
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