Bewegender Abend mit Bertrand Herz und vielen Gästen

Ein war ein bewegendes Erlebnis für mich, gemeinsam mit Bertrand Herz, seiner Frau, Tochter und Sohn, sowie vielen Gästen diesen Abend zu verbringen.

Beim Eckhaus Verlag Weimar erschien die deutsche Erstübersetzung der Memoiren von Bertrand Herz, der seit 2009 Ehrenbürger der Stadt Weimar ist.
Die musikalische Darbietungen verschiedener Künstler und dem Kinderchor der Schola Cantorum, sowie die Lesung von Franka Günther, der Übersetzerin des Buches “ Der Tod war überall“, gingen unter die Haut.
Einzelne, im Buch beschriebene Musikstücke, die sein Leben begleitet haben wurden zur Vorführung gebracht. Die sonntägliche Hausmusik, der erste Besuch einer Operette von Offenbach in Toulouse, die Kinderlieder von Emile Jaques-Dalcroze. Seine Mutter sang eins dieser Lieder, als der Deportationszug den Bahnhof von Toulouse verließ und Bertrand Herz schreibt in seinen Memoiren: „Ich höre meine Mutter zum letzten Mal singen.“ In Buchenwald half ihm die Musik beim Überleben; unter der Leitung von Pierre Halbwachs sang ein Chor in den Latrinen des Kleinen Lagers das Largo aus Xerxes von Händel. Und die Musik half ihm dann auch dabei, nach der Befreiung wieder ins Leben zurückzufinden.

Was erfahren wir weiter über Bertrand Herz:
Als deutsche Truppen in Frankreich einfielen und Paris besetzten, floh die Familie Herz in das zu diesem Zeitpunkt noch unbesetzte Toulouse. Allerdings entgingen sie auch dort der Verhaftung nicht und wurden am 30. Juli 1944 nach Buchenwald deportiert.
Bertrand Herz beschreibt mit einfachen Worten, wie er als 14-Jähriger die Deportation erlebt hat: die vier Monate in Buchenwald, die Arbeit im Kommando Niederorschel, den Tod des Vaters im dortigen Revier am 27. Januar 1945, die Solidarität des Kapos und eines deutschen Meisters, den Todesmarsch zurück und die Befreiung in Buchenwald.
Die Erinnerungen von Bertrand Herz haben sich ihm fest eingebrannt und sind bis heute detailgetreu abrufbar, so als wären die Geschehnisse erst gestern passiert. Er erzählt sein Leben – erschütternd und dennoch Zuversicht vermittelnd. Bertrand Herz (geb. 1930 in Paris) ist einer der letzten Zeitzeugen, die am eigenen Leib erfahren mussten, was Faschismus und Rassismus an Tod und Verderben in die Welt bringen. Heute gibt er seine Kraft und seine Erfahrung weiter, um eine Wiederholung solcher Verbrechen zu verhindern.
Am Schluss der Veranstaltung nahm sich Bertrand Herz voller Dankbarkeit sehr viel Zeit für Gespräche bei den Signierungen seines Buches.
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