Cui bono? Wem zum Vorteil?

Bericht von einer Informationsveranstaltung der Hilfsaktion
„Hilfe für die Kinder von Donezk“

Die Entwicklung in der Ukraine erregt international tiefe Besorgnis. Nach den Protesten auf dem Maidan-Platz, der Absetzung der Regierung Janukowitsch und der Abspaltung der Halbinsel Krim halten die Unruhen in der Ostukraine an. Dazu hat der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko
(DIE LINKE) am 13. März in Weimar einen Vortrag gehalten.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind heute so angespannt wie im kalten Krieg. Warum? Die NATO-Osterweiterung wird in Russland in allen politischen Lagern als Vertragsbruch des Westens wahrgenommen. Nobelpreisträger für Literatur Alexander Solschenizyn (1918-2008), sah den Einfluss der USA als verhängnisvoll an und kritisierte ihren zynischen Pragmatismus, der zum Verlust des Vertrauens in die demokratischen Ideale beigetragen habe. In einem Interview 2007 sagte er: „ Zu dem NATO-Bombardement Serbiens kamen die Versuche der Nato, Teile der zerfallenen UdSSR in ihre Sphäre zu ziehen, vor allem die Ukraine, ein mit uns eng verwandtes Land, mit dem wir durch Millionen familiärer Beziehungen verbunden sind.''

US-Außenministerin Victoria Nuland berichtete Dezember 2013 nach ihren mehrfachen Auftritten in Kiew, dass die US-Regierung seit 1991 rund fünf Milliarden Dollar für eine wohlhabende und demokratische Ukraine investiert habe. Es sei darum gegangen, alles zu tun, dass die Ukraine die Voraussetzungen erfülle, um der EU angegliedert werden zu können, d.h. das Land aus seiner historischen Beziehung zu Russland herauszureißen und via „Europa“ in die US-Interessensphäre zu führen. (Quelle: http://www.state.gov/p/eur/rls/rm/2013/dec/218804....)

Am 4. Februar 2014 wurde ein abgehörtes Telefongespräch von Viktoria Nuland mit dem US-Botschafter für die Ukraine, Geoffrey R. Pyatt, auf der Video-Plattform YouTube unter dem Titel ''марионетки майдана – puppets of the Maidan'' (https://www.youtube.com/watch?v=YBWP48O_5Mo) veröffentlicht. Die beiden Diplomaten diskutieren darin die aktuelle Krise in der Ukraine. Besprochen wird unter anderem, welche Politiker der Opposition der nächsten Regierung in Kiew angehören sollen.
Die Kritik der USA von Solschenizyn aus 2007 ist deshalb auch heute sehr aktuell!

Seit Beginn des Konflikts in der Ostukraine im vergangenen Jahr sind dort nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 5000 Menschen getötet worden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl wesentlich höher liege, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf. Die Lebensbedingungen der Einwohner in der Ostukraine verschlechtern sich dramatisch. Die Humanitäre Hilfe ist dringend notwendig. In Krankenhäusern sterben Kinder, weil nicht die notwendigen Medikamente zur Verfügung stehen.
Die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke und Andrej Hunko haben sofort die Aktion „Wir wollen helfen“ organisiert und um Spendengelder gebeten. Die Menschen im Deutschland haben auf des Bankkonto „Hilfe für die Kinder von Donezk“ über 40.000 Euro gespendet. Vor ihrer Reise in die Ostukraine haben sie das Auswärtige Amt der BRD informiert und Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte diese Initiative. Aber es gab etliche Probleme. Sie wollten die Medikamente in Deutschland kaufen und über die Ukraine in die Krankenhäuser nach Osten transportieren. Das war leider nicht möglich. Für die Reise nach Donbass haben sie keine Genehmigung aus Kiew bekommen. So mussten sie die Medikamente im Russland kaufen und dann von dort nach Donbass transportieren.

Am 14. Februar 2015, überschritt der Hilfskonvoi – ein Kleinbus mit den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke und Andrej Hunko und weitere vier Kleinlaster mit Medikamenten, die russische Grenze zum Donbass.
Die Fahrt von der Grenze bis Donezk führte durch viele zerschossene und zerstörte Ortschaften. Im Donezk angekommen, sind von dort zwei Fahrzeuge zum Krankenhaus in Gorlowka, das dritte Fahrzeug in das Krankenhaus Donezk und das vierte Fahrzeug nach Lugansk weiter gefahren.

In Donezk haben sie ein Gespräch mit Sachartschenko (*1976) geführt.
Die Fragen von Gehrcke und Hunko und die Antworten von Sachartschenko:
Werden die Aufständischen die Waffenruhe einhalten? -Ja.
Was ist mit dem Kessel um Debalzewo? Im Kessel befinden sich nicht nur reguläre Truppen der ukrainischen Armee, sondern auch ausländische Söldner und Kämpfer der so genannten Freiwilligenbataillone, die ähnlich wie die SS völlig fanatisiert sind. Alle können durch einen Korridor abziehen, wenn sie vorher die Waffen niedergelegt haben.
Sind die Aufständischen bereit, Hilfslieferungen, wenn sich Deutschland entschließt, Hilfe in den Donbass zu entsenden, in das von ihnen beherrschte Gebiet zu lassen?
Ja und mit großer Dankbarkeit. Die Verteilung von Hilfsgütern könnte über das Internationale Rote Kreuz geschehen.
Wie haben Sie sich bei den Minsker Verhandlungen gefühlt?
Ich habe bei den Verhandlungen viel gelernt.
Werden Sie mit der OSZE-Mission zusammenarbeiten?
Ja, wir werden den OSZE-Beobachtern, soweit wir es können, vernünftige Arbeitsbedingungen garantieren.
Fühlen Sie sich als Abgesandter oder Statthalter Russlands oder wie beschreiben Sie Ihre Identität? - Meine Familie lebt seit drei Generationen in Donezk und wenn sie wollen, zeige ich Ihnen mein Wohnhaus.
Gehrcke und Hunko haben Sachartschenko Angebot angenommen und gemeinsam im seinen SUV/Sports Utility Vehicle, fuhren sie durch die Stadt Donezk in das verwüstete Stadtviertel um den Flughafen. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Sachartschenko ist ein Plattenbau, zerbombt, die Fenster zugenagelt.
Bevor es dunkel wird, machen sie sich auf den Weg zur russischen Grenze, Ausreise aus dem Donbass, Einreise nach Russland, Rückfahrt nach Rostov am Don und Flug nach Deutschland.

Wolfgang Gehrcke und Andrej Hunko werden die Hilfsaktion weiter fortsetzen und eine engere Kooperation mit erfahrenen Hilfsorganisationen suchen. Die politischen Debatten über die Zukunft der Ukraine werden sie in der Öffentlichkeit und im Bundestag mit Engagement führen. Deutschland soll weiter diplomatisch vermittelnd tätig werden und humanitär helfen. Die deutsche Diplomatie ist gefragt und nicht deutsches Militär oder Kriegsgerät.

Spendenkonto:
Berliner Sparkasse, IBAN DE80 1005 0000 4184 6308 00 (Kontoinhaber: Wolfgang Gehrcke) Verwendungszweck „Hilfe für die Kinder von Donezk“
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