„Das radikal Böse“ Filmpräsentation mit anschließender Diskussion am 24. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Lichthauskino Weimar

Wann? 24.10.2014

Wo? Lichthauskino, Am Kirschberg 4, 99423 Weimar DE
Plakatausschnitt
Weimar: Lichthauskino | „Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen, das heißt das, womit man sich nicht versöhnen kann […] woran man auch nicht schweigend vorübergehen darf.“ – so die Charakterisierung durch Hannah Arendt. Woher rührt das „radikal Böse“ im Menschen, das immer wieder schockiert? Wie werden aus „normalen“ Männern Massenmörder? Wie lässt sich die brutale Gewalt deutscher Wehrmachtssoldaten in Osteuropa im Umgang insbesondere mit jüdischen Mitmenschen erklären?
Diesen und weiteren Fragen geht die Veranstaltung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am 24. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Lichthauskino Weimar (Am Kirschberg 4) nach. Im Anschluss an die Präsentation von „Das radikal Böse“ diskutieren Dr. Silvia Petzoldt (Universität Erfurt) und Holger Obbarius (Gedenkstätte Buchenwald) über den Film des Regisseurs Stefan Ruzowitzky. Der Eintritt ist frei.
In seinem Essayfilm „Das radikal Böse“ (2013) nimmt Stefan Ruzowitzky, 2008 Oskar-prämiert für „Die Fälscher“, die Ergebnisse der psychoanalytischen, historischen und soziologischen Forschung auf und fragt nach den Motivationen von NS-Tätern. Anhand von Originaldokumenten wie Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Gerichtsprotokollen versucht der Film nicht die authentischen Schauplätze zu inszenieren, sondern vielmehr menschliche Gewalt als ubiquitäre Macht und die Aktualität der Wehrmachtsverbrechen in den Mittelpunkt zu rücken. Neben bekannten sozialpsychologischen Experimenten seit den 1950er Jahren, denen zufolge Konformitätsdruck und Gruppenzwang zur Ausführung von Gewalt führt, werden im Film Interviews mit verschiedenen Experten wie Père Desbois, Christopher R. Browning oder Robert Jay Lifton dokumentiert, deren eindeutige Prognose die Möglichkeit einer Wiederholung der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen an den europäischen Juden ist.
Im Unterschied zu den meisten Dokumentarfilmen über den Holocaust bleiben die Gesichter der Täter namenlos; Zitate aus den Originalquellen werden nicht an bestimmte Soldaten im Zweiten Weltkrieg zurückgebunden. Zeitzeugen wie Benjamin Ferencz, Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess, kommen im Film zur Sprache, stehen als solche jedoch nicht im Fokus. Diese Vorgehensweise lässt Kritik und die Vermutung offenkundig werden, die Verbrechen moralisch entschuldigen zu wollen. Gleichzeitig beinhaltet sie das Potenzial zur Auseinandersetzung mit der Gewaltbereitschaft von Familienvätern, die „ganz normale Männer“ (Browning) waren.
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