Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten?

Wolf Biermann, welcher sich gern als Drachentöter in der Öffentlichkeit präsentiert, beschreibt in seinem neusten Buch „Warte nicht auf bessre Zeiten“ sein bewegtes Leben.

Er sieht sich selbst als ein politischen Dichter und der muss immer etwas weiter gehen als andere Leute! Aber warum hält er sich dann bei seiner Empörungen über die heutige Gesellschaft so sehr zurück?

Die Ossis haben nicht nur die DDR, sondern auch die alte BRD zu Grabe getragen. Der ehemalige Generalsekretär der CDU Heiner Geißler hat es in einem Interview von „n-tv.de“ klar formuliert: „Das Familienbild ist heute nicht mehr identisch mit dem der 50er-Jahre, die Voraussetzungen haben sich verändert. Heute müssen beide Elternteile arbeiten, um die gemeinsame Existenz zu sichern. Die CDU der 90er hat sich ins Schlepptau der wirtschaftsradikalen Ideologie begeben und schwerste Fehler gemacht, zum Beispiel mit der Treuhand in den neuen Ländern.“

Mit diesen gesellschaftlichen Schwerpunkten setzt sich Wolf Biermann nicht auseinander. Sonder wirft schon einige Jahre den Ossis vor, wenig Dankbarkeit für die Wessis zu empfingen. Diese hätten doch den Ossi nach der Wende ohne Eigennutz den Weg aus der Diktatur in die Freiheit und in die Demokratie gezeigt.

Wolf Biermann wird als klug, konsequent und scharf denkender Mensch eingeschätzt. 1989 sagte er: „Ich kann das Wort WIEDER nicht ertragen. Ich meine Wiedervereinigung. Aber ich hab hier nichts zu bestimmen, aber ich will deutlich sagen, was ich mir wünsche: dass zwei Deutschländer da sein können, die einen edlen, friedlichen und demokratischen Wettstreit versuchen.“

War das ehrlich gemeint? Oder hatte er Angst, wenn der kalte Krieg vorbei ist, dass er in der Bedeutungslosigkeit versinkt?

Heute lebt Wolf Biermann nur in der Vergangenheit des kalten Krieges und hält dieses immer wach und hofft, dass er dadurch immer in Gespräch bleibt und es scheint auch zu klappen.

Ich hätte gern was von ihm gehört zu dem Ungleichgewicht, dass 13 Millionen an der Armutsgrenze lebende Menschen in Deutschland rund einer Millionen Millionären gegenüberstehen. Dass fast 2 Millionen Kinder in Deutschland von Hartz IV leben müssen. Aber Bundeskanzlerin Merkel sagt: „Kinder sind unserer Zukunft!“

Das sind doch Widersprüche, die Biermann genügend Stoff geben würden zur politischen Auseinandersetzung heute.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige