Ein Ort in Feierlaune

Bürgermeister Eberhard Hildebrandt vor dem Schenkborn. Zum Ortsjubiläum ziert der Brunnen auch eine Geburtstagstasse. Als weiteres Souvenir gibt es eine Gedenkmünze.
 
Die Ilm fließt durch Mellingen. Im Hintergund ist die alte Malzdarre zu sehen ...
Mellingen: Weimarische Straße | Mellingen ist in Feierlaune. 875 Jahre besteht der Ort in diesem Jahr. Das soll gefeiert werden. Über die Festvorbereitungen und die Besonderheiten des Ortes sprach AA-Redakteurin Simone Schulter mit Bürgermeister Eberhard Hildebrandt.

Was macht Mellingen aus?
Ich glaube, wir haben die beste Infrastruktur der Gegend. Wir liegen nah an der Autobahn. Bundestraße und Landstraße liegen an. Auch einen Bahnanschluss haben wir. 120 Gewerbetreibende gibt es in Mellingen. Zudem sind unsere Bürger in 13 Vereinen organisiert. Das alles kann sich sehen lassen.

Also wunschlos glücklich?
Was uns fehlt, sind ein Frisör und eine Apotheke. Alles andere ist vorhanden, auch ein Kindergarten, eine Grundschule und sogar ein Gymnasium.

Wie viele Einwohner zählt der Ort?
Wir sind knapp 1300. Die Bürger bringen sich hier stark ein. Die meisten sind in den örtlichen Vereinen organisiert.

Haben Sie mit Nachwuchssorgen zu kämpfen?
Nein. Unser ­Kindergarten hat 80 Plätze. Die sind alle belegt – bis 2014. In den ersten Jahren nach der Wende waren wir froh, wenn 40 Kinder kamen. In den letzten Jahren haben wir viel Geld in den Kindergarten investiert. Er ist sehenswert geworden. Auch um den Schulstandort mache ich mir keine Sorgen. Das Gymnasium ist allseits anerkannt.

In welche Projekte steckt Mellingen derzeit seine Kraft?
Nachdem wir die „Alte Schule“ ausbauen konnten, ist jetzt die alte Malzdarre dran. Das Gebäude wird saniert und um einen Neubau ergänzt. Dort soll ein Jugendclub einziehen. Im Dachgeschoss entsteht das neue Bürger­meisteramt. Auch die Heimatstube wird hier ihren Platz finden. Im nächsten Jahr soll alles fertig sein.

War Mellingen schon ­immer wirtschaftlich so gut aufgestellt?
Handwerk und Gewerbe haben sich hier schon im Mittelalter gut entwickelt. Wir lagen an der Schnittstelle von Kupferstraße und Via Regia. Das ist zum Glück bis heute so geblieben. Rund 450 Arbeitsplätze gibt es derzeit im Ort.

In diesem Jahr feiert Mellingen seine 875-Jahrfeier. Wie laufen die Vorbereitungen?
Das Festwochenende findet vom 7. bis 9. September statt. Schon seit dem vergangenen Jahr treffen wir uns regelmäßig, um diese Feier vorzubereiten. Es kommen nie weniger als 20 Leute. Wir haben die Organisation auf viele Schultern verteilt und Arbeitsgruppen gegründet – für den Umzug, die Festveranstaltung und die Festschrift, die erscheinen soll.

Können Sie schon mehr über den Umzug verraten?
Alle Vereine bauen etwas für den Umzug, auch die beiden Schulen. Wir wollen in etwa 40 Bildern die Ortsgeschichte darstellen: vom Mittelalter bis zur Neuzeit. 32 Bilder stehen schon fest und noch kann sich jeder beteiligen.

Was ist noch geplant?
Zum Beispiel ein Tag der offenen Höfe sowie ein Mittelalter-und ­Trödelmarkt. Die Kaninchenzüchter feiern ein Hoffest. Einige Veranstaltungen haben bereits stattgefunden. Wir feiern nämlich fast das ganze Jahr. Große Resonanz gab es auf den Vortrag „Mellingen heute und früher” von Herrn Chojnacki. Daraus ist eine Bilder-CD entstanden, die wir im Bürgermeisteramt verkaufen wollen. Aus dem Erlös soll ein Spielgerät für die Kinder gekauft werden. Ich hoffe, es wird ein großes.

TERMINE:
• 4. Mai: 17 Uhr, „Alte Schule“, Ausstellungseröffnung „105 Jahre Stromversorgung in Mellingen” (in Zusammenarbeit mit E.ON Thüringer Energie AG)
• 17. bis 20. Mai: Kirmes
• 3. Juni: Kinderfest
• 8. Juni: Vorstellung des Orts­familienbuches
• 7. bis 9. September: 875-Jahrfeier
• 28./29. September: 140 Jahre Turnen in Mellingen
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