Gedanken zur Karikatur ( TLZ 2.2.2016)

Wir haben Geld, um Kriege am Arsch der Welt zu führen. Aber um den Alten denselben zu putzen nicht! Diese Karikatur und der oben zitierte Spruch hat es in sich, sie enthüllen unsere doppelzüngige Gesellschaft.

Geschichte wiederholt sich nicht, wird immer wieder gesagt, aber viele Argumente sprechen dagegen. Wenn unsere Vorfahren im II. Weltkrieg in Russland nicht einmarschiert wären, auch mein Schwiegervater als deutsche Soldat und mein Onkel als slowakischer Soldat waren dabei, dann wären die Russen auch nicht nach Deutschland gekommen und Deutschland wäre auch nicht so viele Jahre geteilt gewesen.

Seit 1990 ist Deutschland wieder eins, und? Seit 1990 wird die Bundeswehr zu „friedenserhaltenden“ und „friedenssichernden“ Maßnahmen (peacebuilding und peacekeeping) außerhalb der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Jetzt sind viele BürgerInnen überrascht, über die Folgen, dass jetzt so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Wie kann dass wohl sein? Die Bundeskanzlerin Angela Merkel sei schuld, aber stimmt das? Sie ist doch zu Amt und Würden nicht auf Bajonetten gekommen, sondern durch demokratische, freie und geheime Wahlen! Auch die vielen Nicht-wähler nach 1990 können sich da nicht raus-reden.

Wir sehen europaweit einen gefährlichen Aufschwung rassistischer und faschistischer Bewegungen und Parteien. Sie beantworten die soziale Frage nationalistisch und völkisch. Wir dürfen ihnen aber nicht auf den Leim gehen. Faschistoide Entwicklungen sind kein Zufall. Die weltweit Flüchtenden werden zu Sündenböcken gemacht. Der Mainstream folgt der äußersten Reaktion auf dem Fuße und befördert sie zugleich.

Die Zivilgesellschaft muss dafür sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Am 24. September 2015 in Schwarzburg bei Rudolstadt sprach Landtagspräsident Christian Carius (CDU) zur Weimarer Republik folgendes:
„Gescheitert ist die Weimarer Republik nicht an ihrer Verfassung, sondern in erster Linie an den Antidemokraten, die ihre vorhandenen Schwächen ausnutzten.“

Die jetzige Zeit kann man mit der Weimarer Republik vergleichen, es verbreitet sich eine antidemokratische Haltung in der Gesellschaft. Beste Beispiele dafür sind die AfD- Auslassungen von Björn Höcke und der Vorsitzenden der AfD, Frauke Petry.

Am 6. Februar haben wir in Weimar die Gelegenheit, auf den geplanten Kundgebungen unübersehbar und unüberhörbar Nein zu sagen zu alten und neuen Nazis und deren in Krisenzeiten besonders gefährlicher sozialer Demagogie. Fordern wir den Stopp von deutschen Kriegseinsätzen und Waffenexporten! Verständigen wir uns gemeinsam über die vielfältigen Möglichkeiten die Demokratie weiter zu stärken. Sagen wir Ja zu einer solidarischen, friedlichen und sozial gerechten Welt.
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