Gedenkort für Euthanasie-Opfer in Blankenhain eingeweiht

Blankenhain: Schloss | Am Samstag, dem 28.09.2013, wurde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Schloss Blankenhain (Thüringen) der Opfer der Euthanasie
gedacht. Im Festsaal des Schlosse wurden in der Eröffnungsansprache des Bürgermeisters der Stadt Blankenhain, Herrn Klaus-Dieter Kellner, der Innenminister von Thüringen, Herr Jörg Geibert, Frau Dr. Helga Bose aus Weimar und der Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Herr Dr. Boris Böhm begrüßt.

In den Vorträgen vom Innenminister Herrn Geibert, Frau Dr. Bose und Herrn Dr. Böhm wurde das dunkle Kapitel des Euthanasieprogrammes der Nazis dargestellt und auf die Wichtigkeit der Aufarbeitung der daraus resultierenden Tötungsverbrechen verdeutlicht.

Den Schülerinnen Lydia Steinke, Rebekka Reise, Svenja Maaß und Swantje Gebhardt ist es zu verdanken, dass es am Blankenhainer Schloss einen dauerhaften Gedenkort für die Opfer der Euthansie gibt.
Sie befassten sich, in einer Seminarfacharbeit mit dem Leben des aus Apolda stammenden Euthanasieopfers Anna März und stießen dabei auf die Zusammenhänge zur Landesheilanstalt in Blankenhain. Aktive Unterstützung fanden die vier jungen Leute durch den Verein Prager-Haus Apolda und von Annette Beyer vom Arbeitskreis Stadtgeschichte Blankenhain.

227 Opfer waren in der Blankenhainer Landesheilanstalt untergebracht und von dort aus im Rahmen der "Aktion T4" in die Euthanasieanstalt Pirna-Sonnenstein überführt und dort ermordet worden.

Die Gedenktafel wurde an den Grundmauern des ehemaligen Zentralgebäudes der Stadt Blankenhain angebracht und ist damit zentraler Gedenkort für alle Opfer aus Thüringen. Von allen Thüringer Anstalten aus denen Patienten nach Pirna-Sonnenstein transportiert wurden, waren die meisten davon aus der Blankenhainer Anstalt eingeliefert worden.

Bis zum Jahr 2005 stand gegenüber dem Rathaus das Zentralgebäude, welches etwa 100 Jahre zuvor als Großherzogliche Landesheilanstalt genutzt wurde. Zu dem Zeitpunkt, als das Euthansieprogramm der Nazis begann war die Heilanstalt bereits aus dem Gebäude in das gegenüberliegende Krankenhausgelände umgezogen.

Der Arbeitkreis Stadtgeschichte Blankenhain hat dennoch zielgerichtet darauf hingewirkt, dass die Gedenktafel an dem gut sichtbaren Ort der Grundmauern des ehemaligen Zentralgebäudes angebracht wird.


Klaus Gottwald
Mitglied des Schlossverein Blankenhain e.V.
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