Gelungene Würdigung von Maria Pawlowna

Das Orginalbild vom russischen Künstler Andrey Antipin ist z.Z. in der Touristeninformation Weimar zu sehen.
Mit einer Reihe von Veranstaltungen mit Künstlern und Referenten ehrten die Vereine, Museion e.V., die Maria Pawlowna Gesellschaft e.V. , die Deutsch-Russische Freundschaftsgesellschaft e.V. und die Hummel-Gesellschaft Weimar e.V. , Maria Pawlowna zu ihrem 230. Geburtsjahr.
Ob Musik- oder Chorkonzerte, ob Buchlesung ,Gemäldeausstellungen oder Kinobesuch mit dem Dokumentarfilm über Maria Pawlowna, interessant waren alle Angebote, den Weimarern diese Persönlichkeit näher zu bringen.
1786 wurde Maria Pawlowna Romanowa, Großfürstin von Russland als fünftes Kind des russischen Großfürsten Pawel Petrowitsch (1762 bis 1773 Herzog von Holstein-Gottorf und von 1796 bis 1801 Kaiser von Russland), mit der Großfürstin Maria Fjodorowna (Sophie-Dorothea von Württemberg-Mömpelgard) in Pawlowsk bei Sankt Petersburg geboren.

Sie heiratete 1804 in Sankt Petersburg den Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar. Durch ihre Heirat verbündete sich das kleine, relativ unbedeutende und dazu noch verarmte Herzogtum Sachsen-Weimar mit Russland und seiner Zarendynastie, zu dieser Zeit eine der mächtigsten und reichsten Familien in Europa. Schon ihr erster Einzug als Jungvermählte in Weimar machte großen Eindruck, als sie mit einer großen Anzahl prunkvoller Geschenke aus Russland eintraf, die im Weimarer Schloss vorher ausgestellt wurden.

Sie nahm 1814/1815 am Wiener Kongress teil und erkämpfte territoriale Gewinne, somit war das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach geboren.

Maria Pawlowna verkörperte zu ihrer Zeit in nahezu idealtypischer Weise den weltoffenen Weimarer Bürger. Mit russischem Geld, Ideenreichtum, staatspolitischer Verantwortung und unternehmerischen Ehrgeiz initiierte sie den Aufbruch in das "Silberne Zeitalter" Weimars.
Künstlerisch ging es ihr darum, die Bewahrung der Tradition mit Erneuerung zusammenzuführen. Zwar verehrte sie die Stars der "Weimarer Klassik" und ließ Goethe, Schiller, Herder und Wieland zu Ehren Dichterzimmer im Schloss einrichten. Doch als Größen ihres "Silbernen Zeitalters" holte sie Musiker in die Stadt. Den Ton gaben in Weimar nun Wagner, Hummel, Berlioz und, allen voran, Liszt an. Auch die Bibliotheken, die Musikschulen und auch die Gemäldesammlungen verdankten viel ihrer großzügigen Förderung. Sie trat damit in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Anna Amalia, die einst den Ruf Weimars als „Musenhof“ begründet hatte.

In Maria Pawlownas Zeit fiel auch die Industrialisierung des Kleinstaates. Ihr war klar, wenn Weimar nicht in Bedeutungslosigkeit versinken soll und die Untertanen weiter treu zur Herrschaft stehen sollen, dann muss Weimar sich erneuern. Mit eigenem Geld, öffentlichen Mitteln und dem Geld der Sparkasse, deren Gründung sie veranlasste, schuf sie ein Finanzimperium. Das von ihr gegründete "Patriotische Institut der Frauenvereine" war die Zentrale, von der aus sie mit wirtschaftlichen und sozialen Programmen die Entwicklung Weimars in entscheidendem Maße beeinflusste. Sie initiierte die Gründung von Krankenhäusern, Waisenhäusern, Suppenküchen und setzte sich für die Schulen in Weimar und Umgebung ein. Außerdem gründete sie die Landesbaum- und Ackerbauschulen in Weimar und unterstützte die Begrünung von Straßen und Landzügen. Zusammen mit ihrem Schwiegervater Carl August schuf sie ein politisches Netzwerk zwischen Russland, Preußen und Weimar. Von den Weimarern wurde sie als „Engel der Armen, Kranken und Waisen“ verehrt.

Maria Pawlowna, kaiserliche Hoheit, Großfürstin von Rußland und Großherzogin in Sachsen-Weimar-Eisenach starbt 1859 im Schloß Belvedere bei Weimar.

Nachdenklich machte mich folgende Überlieferung: Im Sommer 1838 besuchte Maria Pawlowna mit ihrem Sohn Carl Alexander die Wartburg und meinte, dass er einmal daran denken sollte, diese wiederherzustellen, somit wurde mit russischem Geld die Wartburg saniert. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie Symbol der deutschen Nationalbewegung, 1999 wurde die Wartburg Weltkulturerbe der UNESCO.
Besonders interessant waren die Diskussionen in den Veranstaltungen, z.B. mit dem Autor des Kinofilms Prof. Eberhard Görner.
Was ist los mit der Politik, warum ist Deutschland ein Vorreiter bei den Sanktionen gegen Russland, warum hetzen unsere Medien gegen Russland und Putin, der größtenteils bei seiner Bevölkerung Rückhalt findet? Gegen wen rüstet Europa eigentlich auf?
Es ist kalter Krieg, denn Russland besitzt ein gewaltiges Potential an Rohstoffen und ist nicht bereit sie dem Westen für einen Appel und Ei zu überlassen. Durch die Wirtschaftssanktionen des Westens wird im eigenen Land das Selbstbewusstsein gesteigert und sich auf eigene Produkte besonnen, somit steht die Mehrheit der Bevölkerung hinter ihrer Regierung.
Wir sollten den Gedanken, das „Weimarer Dreieck“ von Deutschland, Frankreich, und Polen mit Russland zu erweitern, auf ein „Weimarer Quartett“ ernsthaft weiterverfolgen und nicht dem Mainstream folgen: NEIN, mit den Russen nicht!
Der Gedankenaustausch und kulturelle Bereicherungen sind doch in der heutigen Zeit viel wichtiger, als Aufrüstung und NATO-Truppen an der russischen Grenze.
Die Politik muss von der Zivilgesellschaft gezwungen werden mit Russland trotz Meinungsunterschieden zu reden.
Die Botschaft zum 230. Geburtsjahr von Maria Pawlowna und ihrem Sohn Carl Alexander lautet doch, gemeinsam können die Deutschen und die Russen
großes vollbringen.
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