Geschichtswissen aufgefrischt am Leben von Olga Benario.

Am Abend des 2. Oktober fand im ''mon ami'' Weimar, ein Vortrag über das Leben und Wirken von Olga Benario, hervorragend organisiert von Dr. Bock, statt. Der Referent Dr. Dieter Strauss (München) arbeitete weltweit 33 Jahre für das Goethe-Institut, davon rund 10 Jahre als Institutsleiter in Santiago de Chile und Sao Paulo. Er hat ausgezeichnete Kenntnisse und Hintergrund- informationen über Olga und weitere im Artikel erwähnte Personen, diese hat er den Anwesenden überzeugend dargestellt. Er hat auch Willi Brand zitiert und ich habe davon folgendes verstanden: Erstens Verbrennen die Bücher, aber ihre Inhalte leben weiter und Zweitens verbrennen die Erinnerungen, aber dank solcher Menschen, wie Dr. Strauss bleiben sie am Leben. Er hat sich sehr gefreut, den interessierten anwesende, Olga Benario näher bringen zu können, denn heutzutage läßt das Interesse an solchen Vorträgen sehr stark nach.

Olga Benario wird 1908 als Tochter einer wohlhabende jüdische Familie in München geboren. Ihr Vater ist Rechtsanwalt und Mitglied der SPD. Olga war politisch und gesellschaftlich interessiert, deshalb gab ihr der Vater seine Anwaltsakten über verurteilte Linke zu lesen. Damit wurde der Grundstein für ihre politische Weltanschauung gelegt. Bereits in den Münchener Polizeiakten wird sie als “kommunistische Agitatorin” geführt. Mit 17 Jahren, wird sie von der Polizei beim Plakatierung erwischt und deshalb aus dem renommierten München Luisengymnasium gefeuert. Sie zieht nach Berlin-Neukölln und ist im Kommunistischen Jugendverband tätig. Nach der von Olga mit organisierten Gefangenenbefreiung von Otto Braun (1), aus dem Untersuchungsgefängnis Moabit, kann sie nach Moskau fliehen. In der Sowjetunion erhält sie eine militärische Ausbildung. 1935 reist sie auf Anordnung der Kommunistischen Internationale von Moskau aus mit dem brasilianischen Revolutionär Luis Carlos Pretes (2) nach Rio de Janeiro. Der von Prestes und der Kommunistischen Partei 1935 in Brasilien initiierte revolutionäre Aufstand vom 27. November 1935 gegen das diktatorische Regime unter Staatspräsident Getulio Vargas scheiterte. Prestes hatte die Vorschläge von Moskau ignoriert und nicht vorher eine Volksbewegung aufgebaut. Olga und Luís Carlos Prestes werden 1936 verhaftet. Trotz internationaler Proteste wird Olga Benario hochschwanger im September 1936 von den brasilianischen Behörden an die Gestapo ausgeliefert. Sie wurde zu erst inhaftiert im Frauengefängnis Barnimstraße, dort kommt ihre Tochter Anita Leocádia (3) am 27. November 1936 zur Welt. Anfang 1938 wird Olga Benario von ihrer Tochter getrennt, kommt danach in das Konzentrationslager Lichtenburg später im KZ Ravensbrück bevor sie 1942 im der “Heil- und Pflegeanstalt” Bernburg vergast wurde.

Olga Benario Prestes’ letzter Brief an Luís Carlos Prestes und ihre Tochter Anita.
''Ich habe für das Gerechte und Gute gekämpft, für die Verbesserung der Welt. Ich verspreche Dir, wenn ich jetzt Abschied nehmen muß, daß ich Dir bis zum letzten Moment keinen Grund geben werde, Dich meiner zu schämen. Ich werde stark bleiben und bin entschlossen, bis zum letzten Moment zu leben. Jetzt muß ich schlafen, damit ich morgen kräftig bin. Ich küsse Euch beide zum letzten mal.''

Olgas Vater verstarb im Januar 1933, ihre Mutter Eugenie war in Theresienstadt und ihr Bruder Otto in Auschwitz ermordet. Olgas Tochter wächst bei der Großmutter Leocádia Prestes in Mexico auf. Erst 1945 lernt sie ihren Vater Luis Carlos Pretes kennen.

Quellen: https://www.google.de/ und http://www.galerie-olga-benario.de/
(1) Otto Braun, *1900 † 1974, war ein deutscher Schriftsteller und KPD-Funktionär. Als Mao Zedongs Militärberater nahm er am Langen Marsch teil. Sein chinesischer Name lautet Li De 李德. Zudem war er 1. Sekretär des Schriftstellerverbandes der DDR.
(2) Luis Carlos Pretes, * 1898 † 1990, als der „Ritter der Hoffnung“ führte von 1925 bis 1927 mit 1500 man einen bewaffneten Kampf gegen die Brasilianischer Oligarchie. War Generalsekretär der Kommunistischer Partei Brasilien, 1982 trat er aus der Kommunistischen Partei aus und wurde Mitglied einer sozialdemokratischer Partei.
(3) Anita Leocádia Benario Prestes (* 1936 in Berlin) war politisch in Brasilien verfolgt und von 1970 bis 1979 lebte im Exil in Sowjetunion. Sie hat seit 1966 Masters organischer Chemie, Doktorgrad für politischer Ökonomie seit 1975 und Doktorgrad für Geschichte 1989. Heute ist Anita Professorin für Geschichte Brasiliens an der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ), die Berufung erfolgte 1992.
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