Inklusion – Was ist das eigentlich?

Diesen Begriff habe ich schon gehört, aber was steckt dahinter? Am Samstag den 23. Januar hat dazu im Landtag eine Veranstaltung vom Kommunalpolitischen Forum Thüringen e.V. statt gefunden. Ich war neugierig und fuhr nach Erfurt.

Dort haben mir die Politiker, die Fachleute und die Vertreter von Vereinen klar gemacht, was Inklusion bedeutet und wie schwierig die Umsetzung in den Kommunen dazu ist. Inklusion wörtlich übersetzt bedeutet Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 13. Dezember 2006 eine Behindertenrechtskonvention (ein Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen) beschlossen. Deutschland hat diese Vereinbarung mit unterzeichnet. Seit 26. März 2009 gilt in Deutschland das Gesetz „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“.

Ich habe mich gefragt, wie viele Menschen in der Bundesrepublik das wohl betrifft?
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes:
Im Jahr 2013 lebten in Deutschland 10,2 Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Im Durchschnitt war somit gut jeder achte Einwohner (13 Prozent ) behindert. Mehr als die Hälfte davon (52 Prozent) waren Männer. Der größte Teil, zirka 7,5 Millionen Menschen, war schwerbehindert, 2,7 Millionen Menschen lebten mit einer leichteren Behinderung. Gegenüber 2009 ist die Zahl der Menschen mit Behinderung um 7 Prozent beziehungsweise 673 000 Personen gestiegen. Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf. So waren 73 Prozent der behinderten Menschen 55 Jahre oder älter. Diese hohe Anzahl überraschte mich doch sehr: Was muss also getan werden und diese wichtige Aufgabe - Inklusion, umzusetzen? Die Teilnehmer sagten einhellig, die Umsetzung der Inklusion kann nur durch das Zusammenwirken von allen gesellschaftlichen Akteuren und der Politik vor Ort gelingen.

Herr Joachim Leibiger als Thüringer Beauftragter für Menschen mit Behinderungen hat an der Veranstaltung aktiv teilgenommen. Er ist blind und er bereicherte als Betroffener die Diskussion mit seinem Fachwissen, seiner kämpferischen Natur und seinen Vorschlägen zur Inklusion.

Karola Stange, (DIE LINKE) Sprecherin für Soziales, Gleichstellung und Behinderten-politik hat den Anwesenden die politische Situation betreffend der Umsetzung des "Thüringer Gesetzes zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen (ThürGIG)" erläutertet. Es gibt noch viel zu tun.

Die Berichte und die Diskussion zur Umsetzung der Inklusion in Erfurt, Weimar, Jena und Arnstadt haben gezeigt, dass nur mit engagierten hauptamtlichen Mitarbeitern in der Kommune Erfolge zu verzeichnen sind. Das Ehrenamt allein kann dieses nicht leisten, es fehlt das Fachwissen und die Kontakte in den betroffenen Ämtern der Kommune, um bestehenden Ausgrenzungen von Bürgern mit Behinderungen entgegenzuwirken und somit Inklusion umzusetzen.

Die Teilnehmer sind mit vielen Anregungen nach Hause gefahren. Und haben den Vorschlag vom Kommunalpolitischen Forum Thüringen e.V. begrüßt, sich in zwei Jahren wieder zu treffen, um Bilanz zu ziehen, welche Schritte in den Kommunen erfolgreich umgesetzt werden konnten.
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