Internationale zeitgenössische Kunst in Weimar muss eine Zukunft haben

Das Kunstfest Weimar ist seit 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen gegründet und ist Thüringens größtes und bekanntestes Festival für zeitgenössische Künste.

Das Eröffnungskonzert der diesjährigen Festivalausgabe UN/RUHE von der Jungen Deutschen Philharmonie mit dem Tanzensembles Sasha Waltz & Guests und der Geigenvirtuosin Carolin Widmann und Sopranistin Ana Durlovski war beeindruckt und es gab auch tolle Kritiken dazu.
Vor Beginn des Konzerts waren wir, die Besucher aufgefordert vor die Weimar-Halle zu gehen und die Künstler zu empfangen. Diese standen in einer Formation wie die Soldaten, haben ihre Schuhe ausgezogen und sind einzeln barfuß in die Weimar-Halle gegangen. Was soll das bedeuten, fragten sich die Anwesenden.

Einige Gedanken waren, dass der Amerikanismus beim Kunstfest auch in der Klassikerstadt Weimar Einzug gehalten hat. In der USA gibt es „The American Friends Service Committee (AFSC)“ , die einen dauerhaften Frieden mit Gerechtigkeit fördert, als praktischer Ausdruck des Glaubens in Aktion. Im Projekt „Eyes Wide Open“ haben sie überall in der USA Schuhe aufgestellt, um an die getötete US Soldaten und die ermordeten irakischen Zivilisten zu erinnern.

Oder, ganz andere Gedanken, sollte diese Performance vor der Weimar-Halle als Hinweis verstanden werden: Ihr zieht uns die Schuhe aus, wenn die Stadt das Kunstfest nach 2018 nicht weiter fördern will? Am Abend werden auch Unterstützerunterschriften von Festivalteilnehmern gesammelt, die auch der Meinung sind, dass 2019 zum 100. Jahrestag von Bauhaus und Weimarer Verfassung auch das Kunstfest einen wichtigen Beitrag leisten sollte und auch kann.

Vom Kunstfest-Kurator Christian Holtzhauer lese ich in der TLZ vom 27.8.2016 „Das wäre eine schwere Blamage für Weimar“ und ich lese von der drohenden Streichung der Zuschüsse aus Weimar. Auch die rund 500 Beteiligten vor Ort an der Verwirklichung des Kunstfestes haben Verständnis für seine Bedenken, betreffend der Zukunft des Kunstfestes.

Die Stadt Weimar ist viel mehr als nur ihre Einwohner, sie ist Klassikerstadt, sie ist ein touristisches Zentrum in Thüringen und deutschlandweit. Weimar zieht mit seiner wechselvollen und janusköpfigen Geschichte und seinem reichen Kulturangebot überdurchschnittlich viele Menschen aus aller Welt an.

Die bevorstehende Entscheidung des Stadtrates Weimars zur Finanzierung des Kunstfestes nach 2018 wird nicht einfach, deshalb muss der Kampf um den Erhalt dieser Einzigartigkeit des Kunstfestes über 2019 hinaus verstärkt weiter geführt werden.
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