Kreativ und realistisch

Berlstedts Bürgermeisterin Sylvia Engel zeigt, wo sich das umzugestaltende Areal auf dem Luftbild befindet.
Berlstedt: Hauptstraße | Es wird wohl keinen Aussichtsturm geben. Auch werden keine Hügel, Tunnel und Brücken das rund sechs Hektar große Areal zwischen Schulkomplex, Sportplatz, Teich und Halde in Berlstedt modellieren.

Die Ideen von Hanna Dittmann, Kathrin Schmitz und Danilo Meixner bleiben eine Vision und haben dennoch die Aufmerksamkeit der Berlstedter geweckt. Mit 150 Euro und Eintrittskarten fürs Freibad bedankte sich jetzt der Gemeinderat bei den Gartenbau-Studenten für ihren Entwurf. Das Dreierteam hatte nach Ansicht einer Jury im Rahmen einer Projekt­arbeit die kreativsten Ideen für das am Ortsausgang gelegene Gelände geliefert.

Schon lange herrschte im Ort Konsens darüber, dass sich hier etwas ändern muss. Seit Herbst des vergangenen Jahres befasst sich deshalb eine Studentengruppe von der Fachhochschule Erfurt mit dem Gelände. „Es war schön zu sehen, wie die jungen Leute ganz ohne Scheuklappen das Areal betrachtet haben“, blickt Bürgermeisterin Sylvia Engel zurück. „Sie waren alle sehr aufgeschlossen.“ Finanzierungsfragen durften die Studenten ausklammern. Auch mussten sie keine Rücksicht nehmen auf die derzeitige Bebauung – mit Ausnahme der beiden Schulen. So war es möglich, dass auf dem Papier Streuobstwiesen und Spielplätze entstanden. Eine Eislaufbahn und ein Fahrradparcours könnten Anziehungspunkte werden, ebenso ein Museum und ein Naturlehrpfad – zumindest theoretisch.

Neun Entwürfe stellten die Studenten im Januar den Berlstedtern vor. Der kreativste und der realistischste Vorschlag sind jetzt gekürt worden. Auf einer gut besuchten Einwohnerversammlung in der Vorwoche durften die Studenten beide Pläne noch einmal im Detail präsentieren. Mit dem Prädikat „am besten realisierbar“ wurde der Vorschlag von Nadhira Düning und Carolin Albrecht bedacht. Auch diese beiden können im Sommer kostenlos im Berlstedter Bad schwimmen. Zudem gab es 100 Euro als Anerkennung. Der Entwurf von Düning und Albrecht hat die örtlichen Gegebenheiten am ehesten berücksichtigt und zeichnet sich durch eine multifunktionale Nutzung aus. Aus einem Parkplatz kann beispielsweise ganz unkompliziert die Stellfläche für ein Festzelt werden.

„Es wäre toll, wenn wir uns aus allen neun Entwürfen die Sahnehäubchen rausnehmen könnten“, entwickelt Bürgermeisterin Engel ihre eigene Vision. Doch sie bleibt realistisch. Die Umgestaltung des Geländes ist keine kurzfristige Aufgabe der Gemeinde, sondern ein Projekt für die nächsten 10 bis 20 Jahre. Trotzdem wolle man bereits zum Berlstedter Frühjahrsputz am 21. April auf der Fläche aufräumen. Bis zur Sommerpause soll dann der Gemeinderat klären, was von den Plänen umgesetzt werden kann und soll. Geplant ist zudem, eine spezielle Arbeitsgruppe für diese Unternehmung zu gründen.

Erklärtes Ziel bleibt es, mit der Umgestaltung des Areals zwei Anforderungen zu erfüllen. Zum einen soll an das Außenlager des KZ Buchenwalds erinnert werden, das sich bis 1945 auf dem Gelände befand. Zum anderen will man einen Erlebnisraum für die Berlstedter Bürger schaffen. Mit dem Sport- und Bolzplatz sind dafür schon heute die ersten Vorrausetzungen geschaffen.
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