Kultur schafft Vielfalt und Frieden

Das Theater ist seit seiner Erfindung durch die Griechen mit der Demokratie und ihrer Politik mit allen Höhen und Tiefen eng verbunden. Politisches Theater hat in Deutschland eine lange Tradition. Lessing, Schiller, Goethe und Büchner hatten dabei enorm viel geleistet. Sie rezipierten die Ideen der Aufklärung, es wird gefordert, sich „seines eigenen Verstandes zu bedienen“. Der aufgeklärte Mensch soll nicht mehr an die Vorgaben der Obrigkeiten oder Zwänge von Mode und Zeitgeist gebunden sein, sondern sein Leben und Denken selbst bestimmen.

Wird das heutige Theater, in Zeiten von Sparorgien der öffentliche Hand, noch den Ideen der Aufklärung gerecht? Fordert es die Zuschauer auf, sich ihres „eigenen Verstandes zu bedienen“, kann Theater noch politisch sein?

Die Meistersinger von Nürnberg ist eine Oper von Richard Wagner. Die Uraufführung fand am 21. Juni 1868 in München statt. Und noch heute ist sie immer wieder politisch aktuell. Die gemeinsame Produktion vom Theater Erfurt und dem DNT Weimar habe ich mir in Erfurt und in Weimar angesehen. Besonders neugierig war ich auf die Premiere in Weimar. Hatten doch die Weimarer Opernfreunde und die DNT - Belegschaft ihre Skepsis und ihr Misstrauen gegen eine Zusammenarbeit mit dem Theater Erfurt auch mit Demonstrationen bekundet. Ich kann mich noch an die Aktionen „Kein halbes DNT!“ ; „Unsere Oper bleibt!“ oder den Protest mit dem Gefangenenchor bei dem Auftritt des Ministerpräsidenten zum Friedensfest 2015 ganz gut erinnern. Aber zum Glück gab es zur Premiere in Weimar keine Demonstranten, sondern ein volles DNT mit interessierten Besuchern.

Die Veranstaltung dauerte mit zwei Pausen fast sechs Stunden. Meine Hochachtung für die Leistung der Mitwirkenden auf der Bühne, in dem Orchestergraben und hinter der Bühne. Das Publikum war sehr zufrieden, was die Ovationen für die Mitwirkenden zeigten. Der Programmheft ist auch sehr interessant und für mich eine geistige Bereicherung. Wenn ich mir die vielen internationalen Biografien der Künstler durchlese, begeistert mich die hervorragende Globalisierung der Kultur und somit die spürbare Bereicherung für die Deutsche Kultur. Denn am Ende der Oper singen sehr stimmgewaltig die Chöre und Solisten, unterstützt durch das Orchester, engagiert für den Erhalt der deutschen Kultur.

Soweit zur Wagner-Oper, aber was wird die Zukunft bringen? Droht auch der deutschen Kultur ein trojanisches Pferd namens CETA? Es geht dabei um maximalen Profit für die Großbanken und Konzerne auf kosten der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die EU hat bei diesem Handelsabkommen definiert, dass nur die Armee, die Justiz, die Polizei und der Strafvollzug vor der Privatisierung zu schützen sind. Kultur gehört nicht dazu, wie auch Bildung, Gesundheit, Wohnen und z.B. Wasser! Die öffentlichen Theater werden in Deutschland durchschnittlich mit rund 84 Prozent subventioniert, nur 16 Prozent erwirtschaften sie aus eigener Kraft. In den USA, ist die Situation dagegen völlig anders, hier hält sich der Staat extrem zurück und überlässt dem sogenannten Kulturmarkt die Bereitstellung entsprechender Güter und Dienstleistungen.

Was wird dann aus der Thüringer Theaterlandschaft, was aus dem DNT?

„Kultur schafft Vielfalt und Frieden“ stand anlässlich des Friedensfestes 2015 in Weimar auf dem Transparent des Opernchores. „Die Meistersinger von Nürnberg“, eine gemeinsame Produktion vom Theater Erfurt und dem DNT Weimar tragen dazu bei. Deshalb, weiter so!
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