Legefelder Anger in der Kur

Der Anger in Legefeld soll endlich neu gestaltet werden. Ortsteilbürgermeisterin Petra Seidel (rechts) und Anwohnerin Ingelore Schenk haben lange darum gerungen.
 
Bald heißt es: Wildwuchs ade!
Weimar: Anger | Viele Jahre haben die Legefelder gegen die Kloake gekämpft, die einst ein Löschteich auf dem Dorfanger war. Im Sommer schmückte er den Dorfkern. „Im Winter konnten die Kinder hier sogar Schlittschuhlaufen“, erinnert sich Ingelore Schenk. Alle drei Jahre sei der Teich ausgebaggert worden. „So hatte er eine gesunde Tiefe.“ Doch in den 80er-Jahren war es mit der regelmäßigen Pflege vorbei. Wild wucherte Unkraut, das stehende Wasser setzte Fäulnisprozesse in Gang. Hinzu kam, dass auch Fäkalien eingespült wurden, weil noch nicht jedes Haus über eine ordentliche Klärung verfügte. Fenster mussten verschlossen bleiben, weil der Gestank unerträglich war. „Jedes Jahr aufs Neue haben wir gehofft, dass sich etwas ändert“, sagt Ortteilbürgermeisterin Petra Seidel.
 Sogar ein Spendenkonto haben die Legefelder für ihren Anger eingerichtet. Doch immer wieder wurde die Bewohner im südlichen Weimarer Ortsteil vertröstet. Jede Idee, Geld für den Anger zu akquirieren, führte ins Leere. Der damalige Landwirtschaftsminister Volker Sklenar bescheinigte dem Ortsteilrat, eine solche Maßnahme könne nicht über das Dorferneuerungsprogramm finanziert werden. Ein anderer Fördermittelantrag wurde in Erfurt abgeschmettert, weil er nicht richtig formuliert worden sei. Das hat Petra Seidel direkt im Ministerium erfahren müssen.

Gelder aus dem Stadthaushalt, für Legefeld eingestellt, mussten kurzfristig für dringendere Projekt umgeleitet werden. So floss das Geld in einen neuen Löschteich für Gelmeroda und fürs neue Kirchendach in Tiefurt. „Wir waren viele Jahre kompromissbereit“, so Petra Seidel. „Aber das Verständnis hört irgendwann einmal auf.“

Doch endlich darf aufgeatmet werden – bald auch wortwörtlich. Nach Jahren des Wartens soll es nun ziemlich zügig vorangehen in Legefeld. Schon sind die ersten Bagger angerückt. Der Anger hat es nun doch in ein Dorferneuerungsprogramm geschafft. „Verstehe es, wer will“, kommentiert Petra Seidel und ist doch froh über den Fortschritt. Die Gelder kommen von der RAG-Leader-Aktionsgruppe und werden durch städtischen Eigenanteil komplettiert. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll alles fertig sein. Für die in den Löschteil einlaufenden Abwässer werden Rohre verlegt, die in den Hengstbach führen. Anschließend wird er und dann der ehemalige Löschteich verfüllt.

Einen Teich wird es nicht mehr geben. Wasser soll trotzdem auf dem Anger bleiben – ein kleines Becken als Blickfang. Es wird an einer Seite durch einen Teil der Stützmauer eingefasst. Optisch aufgewertet wird der Platz durch drei lange grüne Stufen. Die Oberfläche des Teiches wird bepflastert. So soll eine Freifläche entstehen, die zum Verweilen einlädt.

Nicht ganz kostenlos ist die Umgestaltung für die Anwohner. Denn auch die Straßenbeleuchtung wird in die Kur genommen. Weil die aber Teil einer Komplexmaßnahme ist, wird es unterm Strich günstiger für die Anwohner, als wenn die Stadtwerke die fällige Erneuerung der Straßenbeleuchtung allein in Angriff nehmen würde. „Über konkreten Kosten kann ich noch nichts sagen“, so Seidel, „aber ich habe angeregt, dass es dazu eine Einwohnerversammlung geben soll.“ Das auf einem Sperrkonto hinterlegte Geld, dass die Legefelder über Jahre für ihren Anger gesammelt haben, soll für diesen auch genutzt werden. „Damit machen wir den Anger noch etwas schöner“. Man könne einen zusätzlichen Baum pflanzen oder eine weitere Bank aufstellen. „Oder wir organisieren zur Einweihung ein Angerfest.“
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