Leidenschaftliche Botschafterin von Libanon´s „Haus des Friedens“

Auf einer Weltkarte wird man den Libanon mit seinen 10.452 km² und ungefähr 4 Millionen Einwohner nur schwer finden, doch die Geschichte des Libanon ist Jahrtausende alt und beachtlich. Heute fällt vielen zum Thema „Libanon“ kaum mehr ein, als Bürgerkrieg und Zerstörung.
Von dort kommt Frau Latife Abdulaziz, sie erzählte uns Teilnehmern ihres Vortrages am 28. Juli im Gewölbekeller der Stadtbücherei Weimar über die Frauen im Libanon und die Lage im Nahen Osten.
Sie stamme aus einer Moslems Familie und habe neun Geschwister. Aufgewachsen ist sie in einem Dorf südlich von Beirut, wo seit Generationen Christen und Moslems friedlich zusammenleben. Ihre Liebe zur Ihrem Land offerierte sie den Zuhörern in einem Zitat ,,Wenn es den Libanon nicht gäbe, so müsste man ihn erfinden.“

Sie hatte in Beirut studiert und unterrichtet jetzt als Gymnasiallehrerin
Mathematik und Physik. Frauen im Libanon erscheinen emanzipierter als in anderen Teilen der arabischen Welt, sagte sie, aber das ist oft nur eine Fassade. In Wirklichkeit haben sie es schwer, vor allem dann, wenn sie sich beruflich verwirklichen wollen.
Auch gibt es keine wirkliche Frauenrechts-Bewegung im Libanon. Aber die
Alphabetisierung und Berufsausbildung von Frauen führt zu einem
demographischen und gesellschaftlichen Wandel.
37 % Frauen sind berufstätig und es gibt an den Universitäten mehr
Frauen als Männer. Zum Beispiel ist in der muslimischen Welt zu einen
rapiden Rückgang der Geburtenzahlen gekommen. Brachte 1975 noch jede
Frau im Durchschnitt 6,8 Kinder zur Welt, so waren es 2005 nur noch 3,7
Kinder. In Libanon ist die Geburtenziffer 2005 (geschätzt): 1,8%.

Frau Latife Abdulaziz hatte Glück und den Bürgerkrieg überlebt. Ihr
Dorf wurde 1982 von den Israelis bombardiert. Sie und Ihre Familie
müssen im Krieg mehrmals aus Ihrem Dorf flüchten. Sie hatte viele
Freunde, Bekannte und Verwandte im Krieg verloren.
Deshalb engagiert sie sich in einer deutsch-libanesischen Begegnungsstätte
„Dar Assalam“ auf deutsch „Haus des Friedens“. Dar Assalam wurde nach
dem 15-jährigen Bürgerkrieg (1975 bis 1990) als überkonfessionelle und
überparteiliche Einrichtung von einer deutsch-libanesischen
Fördergemeinschaft gegründet. Ziel ist der Wiederaufbau des Landes und
die Förderung von Kontakten zwischen Menschen aus dem europäischen und
arabischen Kulturraum. Dar Assalam führt verschiedene Projekte durch,
wie soziokulturelle Reisen und Seminare für Jugendliche, Lehrer und
Sozialarbeiter.
Latifé Abdulaziz sprach perfekt deutsch, sie hat es am Goethe-Institut in Beirut gelernt. Ihr Vortrag war ein leidenschaftliches Plädoyer für die Emanzipation der Frau und für den Frieden in der arabischen Welt.

Heidrun Sedlacik, 99427 Weimar
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige