Mahnung Buchenwald

Der 27. Januar gilt seit 1996 in Deutschland als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit wir in Weimar wohnen ist es uns ein Bedürfnis an diesem Tag in Buchenwald zu sein.
Das Datum soll an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945 erinnern.
Immer wieder tief beeindruckend sind die Begegnungen und Gespräche von Überlebenden der Vernichtungslager wie auch in Buchenwald.
Am diesem Sonntag sprach als Gastredner Ivan Ivanji (* 24. Januar 1929 in Veliki Bečkerek, Vojvodina, Jugoslawien) zu uns. Er ist ein jugoslawischer Schriftsteller, Übersetzer, Diplomat und Journalist.
Geboren 1929 im früheren Jugoslawien, wurde der Sohn jüdischer Eltern als 15-jähriger nach Auschwitz verschleppt und dort von einem Arzt, den er selber "Todesengel" nannte, als arbeitsfähig eingestuft. Er kam nach Buchenwald und musste in einem Außenlager Zwangsarbeit leisten.
Ivanji ging in seiner Rede auch auf die aktuelle Antisemitismus-Debatte in Deutschland ein. Er sagte: "Kritik an der einen oder anderen israelischen Regierung ist kein Antisemitismus, kein Leugnen des größten Verbrechens in der Geschichte der Menschheit".

Ivan Ivanji, der als Jugendlicher das Vernichtungslager Auschwitz und das KZ Buchenwald überlebt hat, äußerte in seiner Rede Zweifel, dass sich ein Massenmord wie der der Nationalsozialisten nicht wiederholen könne. Mit Blick in die jüngere Vergangenheit und unter anderem auf Kambodscha, Dagestan, Tschetschenien, Ost-Timor und Ruanda falle es ihm schwer, die Überzeugung aufrechtzuerhalten, sagte Ivanji.

Die Erinnerung an die Menschen, die durch den Nationalsozialismus ermordet und in den Lagern vernichtet wurden, muss deshalb ein wichtiger Teil unserer Verantwortung sein, der Gefahr der Wiederholung immer wieder wachsam entgegenzuwirken.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige