Marktwert eines Menschen?

Pfingsten ist Reisezeit und deshalb sind wir mit der Bahn nach München gefahren. Im Zug lag das Magazin der Deutschen Bahn, mobil, 06.2014. und dort las ich den Artikel '' Darum werden wir Weltmeister''. Dort sind 15 Titelhelden von unserer Fußballmahnschaft vorgestellt. Ich interessiere mich nicht für Fußball und deshalb glaubte ich meinen Augen nicht und musste es zweimal lesen. Am Ende der kurzen Info über jeden Fußballer steht ''Marktwert''. Der Marktwert ist der durch einen konkret vereinbarten Preis bestimmte Wert eines Gutes im Zeitpunkt der Transaktion. (Wikipedia). Ich fragte mich wer bestimmt den Marktwert eines Fußballspielers? Letztendlich bestimmt das der Verein, der den Spieler "besitzt" seinen Wert. Ich kam ins grübeln, sind unsere Spieler ein Gut? und somit Sklaven? und gehören nach dem FOCUS von 22.11.2013 zu den ca. 10.000 Menschen, welche in Deutschland wie Sklaven leben? Oder sind es Menschen und der im Grundgesetz verankerte Begriff der Menschenwürde scheint in solchen Zusammenhängen ungebräuchlich zu sein? Der Wert und Nutzen eines Menschen besteht nach dem Humankapital darin, was er einem Unternehmen oder der Volkswirtschaft bringt und welche Kosten er verursacht. Aus dieser Rechnung ergibt sich ein Marktwert, die keine inneren Werte berücksichtigt, sondern nur Wirtschaftliche. „Definieren sich Wert und Würde des menschlichen Lebens nur über den Job, werden Arbeitslose und ältere Menschen wert- und würdelos und an den Rand der Gesellschaft gedrängt“, so Stephan Schulmeister, Ökonom am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Auch die Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres hat den Begriff Humankapital zum Unwort des Jahres 2004 gewählt. Das Wort degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt „zu nur noch ökonomisch interessanten Größen“, lautete die Begründung des sechsköpfigen Gremiums.
Fazit: In einen Staat, wo die Mehrheit der Menschen alle Werte nur am Geld messen, dort ist nicht möglich eine gerechte Gesellschaft aufzubauen. Wer kein Geld hat, der hat auch keinen Mut. Er fürchtet allerorten zurückgesetzt zu werden, glaubt jede Demütigung ertragen zu müssen und zeigt sich allerorten in schwachem Lichte. (KNIGGE, Über den Umgang mit Menschen,1788).
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