Sanktionshungern!

Anfang November begann der fünfundfünfzigjährige Hartz IV-Empfänger, gelernter Ergotherapeut Ralph Boes aus Berlin-Wedding zu hungern, weil ihm nur noch 37,40 Euro im Monat blieben. Er hatte Tätigkeiten im Callcenter, in einer Leiharbeitsfirma und andere Stellenangebote vom Jobcenter abgelehnt, weil er von der Arbeit in Würde leben möchte und nicht noch, trotz Arbeit beim Jobcenter um Geld betteln muss. Daraufhin kürzte ihm das Jobcenter in Berlin-Mitte 90 Prozent der Leistungen.

Der Fall sorgte überregional für Aufmerksamkeit. Leistungskürzungen gegen Hartz IV-Empfänger erreichten zuletzt mit über einer Million Fällen bundesweit einen neuen Höchststand.

Herr Boes hält Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger generell für Grundgesetz widrig und will vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe klagen. Er beruft sich auf das Grundgesetz Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtungen aller staatlichen Gewalt
Er schrieb ein Brandbrief eines entschiedenen Bürgers an die führenden Repräsentanten der Bundesrepublik.

Dazu gab es am Montagabend, den 10. Dezember im Lichthauskino Weimar einen Film mit Ralph Boes über den zivilen Ungehorsam in Hartz IV mit anschließender Diskussion.
In Weimar gibt es das Bündnis sozial-trans-fair, welche Betroffene unterstützen möchte. Wenn sich Interessierte und Betroffene zur Mitarbeit im Bündnis entscheiden wollen, melden sie sich bitte unter: sozialtransfair@web.de und mehr Infos gibt es über
www.sozialtransfair.de.

Das Ergebnis des SANKTIONSHUNGERNS von Ralph Boes war, dass
das Jobcenter zwei Drittel der Sanktionen gegen ihn zurückgenommen hat und über 200 Euro auf sein Konto überwiesen hat. Deshalb hat er seinen Hungerstreik nach knapp einem Monat mit zehn Kilo Gewichtsverlust beendet.
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