Verzicht auf Preis erhofft. TLZ vom 24. Juni 2013.

Wenn Lothar nicht provoziert ist er nicht mehr Lothar König ! Schrieb Herr Karl-Heinz Jagusch aus Jena. Stimmt das ? Am 28. und 29. Mai diesen Jahres verfolgte ich im Landesgericht Dresden den Verlauf des Gerichtsprozesses gegen Jugendpfarrer Lothar König aus Jena. Inzwischen gab es einen weiteren Prozesstag und nicht der Angeklagte, sondern die Staatsanwältin, der Richter und Zeugen kommen in Erklärungsnot. Angebliche Beweise gegen Lothar König, wegen schweren Landfriedensbruchs, Beihilfe zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Strafvereitelung bei der Anti-Nazi-Demo am 19. Februar 2011 in Dresden, sind haltlos. Da verschwinden Vernehmungsprotokolle und vorgeführte Videos widersprechen den Aussagen der Polizisten. Bisher sind keine der Anklagen haltbar. Was wird hier gespielt ? Die unabhängige deutsche Justiz, von der man auch Unabhängigkeit und Gerechtigkeit erwarten kann, klagt Lothar König an, der seit Jahren von einer drohenden Gefahr durch die Neonazis für unsere Demokratie warnt und somit sehr real die Situation in unserem Land einschätzt. Die Justiz ist doch dem Grundgesetz verpflichtet und dort steht im Artikel 20: Die BRD ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Gegen Jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Genau das hat doch Lothar König am 19. Februar 2011 in Dresden und das Jahr darauf und auch 2013 immer wieder, nicht nur in Dresden, getan. Ich war dabei als Ministerin Heike Taubert den 1. Demokratiepreis Thüringens in Kahla an Lothar König verlieh. Seine Worte unmittelbar danach machten mich sehr nachdenklich. Es ist Ihm bewusst, dass er durch den Demokratiepreis zum Spielball der Politik geworden ist. Er nahm den Preis trotzdem entgegen und verknüpfte damit die Anerkennung der Leistung vieler seiner Weggefährden und Anhänger, die zurecht eine Würdigung verdienten. Das war eine große Geste!
Denn Schweigen ist Zustimmung – alles Grausame dieser Welt geschieht mit Zustimmung der Schweigenden, aber Lothar König schweigt nicht!
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