Volkhard Knigge wird Ritter der Ehrenlegion

Professor Volkhard Knigge (Foto: Peter Hansen, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald)
Professor Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora wurde mit dem Orden Ritter der Ehrenlegion ausgezeichnet. Die Ehrung nahm S.E. Maurice Gourdault-Montagne, Botschafter der Französischen Republik in Deutschland, vor. Die Veranstaltung fand in der Französischen Botschaft in Berlin statt. An ihr nahmen zahlreiche Überlebende der nationalsozialistischen Konzentrationslager teil, unter ihnen Bertrand Herz, Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos.

Floréal Barrier zufolge, Vorsitzender des Beirates ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, zeigt die Ordensverleihung „die öffentliche Anerkennung Frankreichs für die historische Forschungs- und Bildungsarbeit, die unser Freund Volkhard Knigge mit außergewöhnlicher Intelligenz und Sensibilität vollbringt. "Wir ehemaligen Häftlinge danken ihm ganz besonders dafür, dass er sich dabei stets für äußerste Genauigkeit und Differenzierung in den jeweiligen Lagergeschichten eingesetzt hat.“

Volkhard Knigge betonte, noch wichtiger als der Orden selbst sei ihm das Vertrauen der Überlebenden sowie die Tatsache, dass für sie Deutschland heute kein Schreckenssymbol mehr sei.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande ernannte Knigge mit Dekret vom 18. Juni 2013 zum Ritter der Ehrenlegion. Die Verleihung dieser ranghöchsten Auszeichnung des französischen Staates an den Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora geht auf die Initiative französischer Überlebender beider Konzentrationslager und ihrer Außenlager zurück.

Professor Dr. Volkhard Knigge ist seit 1994 Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und seit 2008 zugleich ordentlicher Professor am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena für das Fachgebiet Geschichte in Medien und Öffentlichkeit. 1954 in Gadderbaum bei Bielefeld geboren studierte er Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Oldenburg und Paris. 1986 promovierte er zum Thema „‚Triviales’ Geschichtsbewußtsein und verstehender Geschichtsunterricht“. 1986-1994 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, am Kulturwissenschaftlichen Institut des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen und am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Volkhard Knigge ist auch durch zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich Geschichte, Geschichtsdidaktik, Kunst und Gedenkstätten ausgewiesen,
darunter:
- Versteinertes Gedenken. Das Buchenwalder Mahnmal von 1958, 2 Bde, hrsg. mit Jürgen M. Pietsch und Thomas A. Seidel im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und des Kuratoriums Schloß Ettersburg/Weimar e.V., Spröda 1997
- Verbrechen erinnern. Die Auseinandersetzung mit Holocaust und Völkermord, hrsg. mit Norbert Frei, München 2002
- Józef Szajna: Kunst und Theater, hrsg. mit Ingrid Scheurmann, Göttingen 2002
- „... mitten im deutschen Volke“. Buchenwald, Weimar und die nationalsozialistische Volksgemeinschaft“ hrsg. mit Imanuel Baumann, Göttingen 2008
- Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg.
Begleitband zur internationalen Wanderausstellung, hrsg. mit Rikola-Gunnar Lüttgenau und Jens-Christian Wagner, Weimar 2010
- Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929–1956, hrsg. mit Irina Scherbakowa, Göttingen 2012.

Volkhard Knigge wurde bereits mit folgenden Auszeichnungen gewürdigt:
- 1999 „Richard-Frank-Preis“ der Deutschen Bibliothek für Zeitgeschichte, Stuttgart
- 2000 Kulturpreis der Stadt Weimar
- 2001 „Collaborator’s Award“ der American Society for Group-Psychotherapy and Psychodrama
- 2005 Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen
- 2006 „Carl-von-Ossietzky-Preis für Politik und Zeitgeschichte“ der Stadt Oldenburg
- 2006 Bundesverdienstkreuz
- 2007 „Heinz-Galinski-Preis“ der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
- 2011 Wartburg-Preis der Wartburg-Stiftung.
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