Warum spielt die FDP in Weimar Betroffene untereinander aus?

Der Versuch der FDP-Fraktion, aus finanzieller Sicht das geplante Bürgerzentrum in Weimar Nord gegen das Sozialticket auszuspielen, zeigt mir die verlogene Denkweise dieser Anhänger. Denn würde sich die FDP nicht länger beim Mindestlohn quer stellen, hätten wir weniger Bedürftige. Das Ziel des Bürgerzentrums ist es, den Einwohnern eine Vielfalt an sozialen und kulturellen Angeboten zur Verfügung zu stellen. In den Räumlichkeiten werden sich verschiedene Vereine und Initiativen einmieten und wirken. Dies ist ein lang ersehnter Wunsch der Bewohner in Weimar West und ganz nebenbei bringt die Realisierung sogar Aufträge für einheimische Firmen.
Auch das Sozialticket ist wichtig und muss erhalten bleiben. Schlimm genug, wenn Menschen nicht mal von ihrem Lohn leben können und auf Sozialleistungen angewiesen sind. Was tut die FDP dafür, dass gute Arbeit auch gut bezahlt wird? Sogar Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt sich nun öffentlich für einen Mindestlohn ein, der von den Tarifparteien ausgehandelt wird. Auf der einen Seite will die FDP in Weimar den sozialen Wohltäter spielen und auf der anderen Seite lehnt sie die Einführung einer flächendeckenden, allgemeinen Lohnuntergrenze ab, was soll das? Wenn die Geringverdiener mehr Geld haben, können sie dafür mehr einkaufen, sich mehr Dienstleistungen leisten und somit hat der Mittelstand mehr Einnahmen und die Stadt Weimar mehr Steuern. Das ist doch der richtige Weg und in diese Richtung muss die Politik steuern.
Heidrun Sedlacik, Weimar
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