Weichen fürs mon ami noch nicht endgültig gestellt

Das mon ami in Weimar.
Weimar: Goetheplatz | Nichts Genaues weiß man nicht. Diese Volksweisheit taugt durchaus als Motto, wenn man in die Zukunft des mon ami am Weimarer Goetheplatz schaut. Die Stadtverwaltung hat jetzt ein neues Nutzungskonzept vorgestellt. Die ungewisse Zukunft des Jugendtheaters im Stellwerk hatte sie veranlasst, nach einem neuen Standort für diese Einrichtung zu suchen. Man fand ihn im mon ami. Zugleich wolle man mit neuen Ideen das Profil dieses Hauses insoweit schärfen, dass es hält, was seine Bezeichnung als Jugend- und Kulturzentrum verspreche, erläuterte dazu Oberbürgermeister Stefan Wolf.
Ausgangspunkt war, dass die Bahn AG viel mehr Miete für die Spielstätte des Jugendtheaters im Stellwerk haben wollte als bisher. Die Stadt war aber nicht gewillt, diesen Forderungen nachzukommen. Mit dem Umzug ins mon ami soll sich der Theaterbetrieb nun eingliedern in ein neues Zentrum für kulturelle Bildung.

Seit zwei Jahren hat unter anderem Kathrin Schremb vom Jugendtheater im Stellwerk e.V. mit an dem Konzept fürs mon ami gearbeitet. „Die Breitenkultur muss gestärkt werden“, erklärt Schremb. Zu diesem Ergebnis sei man gekommen, nachdem man die vielen kulturellen Angebote in der Stadt analysiert habe. So werde das Theater ein Teil des aufzubauenden Zentrums sein, über das der Verein wohl auch die Trägerschaft übernehmen will. Hinzu kämen die Bereiche Tanz, Medien und das sogenannte Labor. Ein geschützter Raum, in dem beispielsweise neue Formate und experimentelle Kunst entwickelt werden könnten. „Das neue Konzept“, stellt Schremb klar, „soll nicht dazu führen, dass bisherige Nutzer des Hauses auf der Strecke bleiben.“ Mit den jetzigen Mietern will man ins Gespräch kommen. Im Herbst könnten die Umbaumaßnahmen für das neue Konzept beginnen. Die dafür rund 270000 Euro hat die Stadt fürs laufende Jahr bereits eingeplant.

„Ein wunderbares Konzept“, lobt Oberbürgermeister Wolf. Doch, ob es umgesetzt wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Denn mittlerweile hat die Bahn AG doch Interesse daran, das Jugendtheater im Stellwerk zu halten und damit den Ruf des Kulturbahnhofes in Weimar weiter zu festigen. Konkrete Ansprachen stehen noch aus. So könnte es am Ende auch sein, dass das Theater in der Schopenhauerstraße weiterarbeitet. „Doch momentan haben wir den Prozess noch nicht gestoppt, der einen Umzug vorsieht“, erklärt Wolf. Bis Ende des Monats gibt man der Bahn AG Zeit, um verlässliche Bedingungen fürs Stellwerktheater ausarbeiten zu können. Bleibt das Theater am angestammten Platz, käme wohl ein überarbeitetes Konzept für das neue Zentrum für kulturelle Bildung zum Tragen.

Die Weichen sind noch nicht gestellt. Eventualitäten und Fragezeichen dominieren derzeit die Entwicklungen am Goetheplatz. Trotzdem habe man jetzt an die Öffentlichkeit gehen müssen, findet der Oberbürgermeister. Im mon ami gebe es unter Mietern und Mitarbeitern Unruhe. Mit einem Ausblick auf künftig Mögliches wollte man diese wohl besänftigen.
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