Weimar unterm Energie-Durchschnitt

Wann? 20.06.2012 18:00 Uhr

Wo? Goetheplatz, Goetheplatz, 99423 Weimar DE
Bürgermeister Christoph Schwind wird in der kommenden Woche das Klimaschutzkonzept der Stadt Weimar im „mon ami“ erläutern.
Weimar: Goetheplatz | Am 20. Juni wird das Klimaschutzkonzept für interessierte Bürger im Kleinkunstsaal des „mon ami“ vorgestellt. Über das Konzept sprach ich vorab mit Bürgermeister Christoph Schwind.

Was war der Anlass, ein Energiekonzept für Weimar erstellen zu lassen?
Bereits in den 1990er-Jahren wurde in jeder größeren Stadt gemeinsam mit den örtlichen Stadtwerken ein Energiekonzept entwickelt. Als ich 2006 nach Weimar kam, hat mich das Thema beschäftigt. Wir begannen deshalb ab 2007, die neue Situation zu analysieren und ein entsprechendes Klimaschutzkonzept für Strom, Wärme und Kälte zu entwickeln. Es ist viel weitreichender als das erste Konzept. Auch Fragen der Energieeffizienz werden jetzt behandelt. Das Konzept konnte zum Teil über Fördermittel finanziert werden.

Auf welchem Datenmaterial beruht das Konzept?
Stadtwerke, E.ON und andere Energieerzeuger haben uns ihre Daten zur Verfügung gestellt. 240 Gebäude wurden genau analysiert und in sogenannte Stadtraumtypen unterteilt, also beispielsweise Eigenheimsiedlungen, Gewerbegebiete oder Gründerzeitvillen. Unser Konzept beruht auf ganz konkretem Zahlenmaterial. Das gibt es nicht oft.

Gelten die Weimarer nach den vorliegenden Daten als Stromfresser?
Nein, die Durchschnittsverbräuche bei Strom und Erdgas liegen 15 Prozent unter dem Durchschnitt – in Thüringen und deutschlandweit. Eine Erklärung dafür habe ich aber nicht.

Weimar braucht demnach keine Einsparungen?
Doch, bis 2020 wollen wir in der Stadt den Wärmeverbrauch um 30 Prozent, den Stromverbrauch um 10 Prozent senken sowie den Anteil an erneuerbaren Energien erhöhen. Das ist in einer Stadt wie Weimar mit einem hohen Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden aber nicht so leicht. Hier muss man beispielsweise versuchen, durch effiziente Wärmegewinnung Einsparungen zu erreichen.

Das wird nicht billig!
Sicher nicht. Will man alle Gebäude in der Stadt energetisch sinnvoll sanieren, wären bis zum Jahr 2020 rund 400 Millionen Euro nötig. Das schaffen wir als Stadt nicht. Wir können deshalb die Hausbesitzer in Weimar nur ermutigen, dort, wo sich Investitionen in energetische Sanierung lohnt, diese auch wirklich in Angriff zu nehmen.

Will die Stadt selbst aktiv werden?
Wir legen unser Hauptaugenmerk auf die Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen. Insgesamt sechs Schulen wollen wir beispielsweise bis 2020 komplett sanieren. Auch bei denkmalgeschützten Objekten müssen wir überlegen, wie durch neue Energieanlagen Einsparungen erzeugt werden können. Ein weiteres Beispiel sind die Gebäude der Stadtverwaltung in der Schwansee­straße. Hier wollen wir ein neues Finanzierungsmodell ausprobieren. Private Investoren oder eine Genossenschaft könnten die Sanierung der Wärmeanlage vorfinanzieren und werden dann durch die eingesparten Energiekosten bezahlt.

Sparen Sie persönlich auch Energie?
Ja. Ich habe 2010 eine ­Photovoltaikanlage auf dem Dach meines Eigenheims installieren lassen. Zu einem Elektro-Auto habe ich mich aber noch nicht durchringen können.

AUFTAKTVERANSTALTUNG
• Am 20. Juni wird ab 18 Uhr im „mon ami“ das Klimaschutzkonzept einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist der offizielle Auftakt zur Umsetzung des Konzeptes.
• Geplant sind an diesem Tag auch Vorträge beispielsweise über die Möglichkeiten, im privaten Bereich Energie zu sparen. Auch Ökostrommodelle sollen erläutert werden.
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