Weimar-West muss als soziales Stadtviertel erhalten bleiben!

Am Tag der Städtebauförderung am 21. Mai beteiligen sich 530 Kommunen mit über 900 Veranstaltungen in ganz Deutschland. Dieser Tag soll zum Mitmachen motivieren und der Verbesserung der Bürgerbeteiligung vor Ort dienen.

Oberbürgermeister Stefan Wolf hat in Weimar West zu diesem Tag eingeladen und hielt die Eröffnungsrede im Mehrgenerationshaus (MGH). Im Wohngebiet Weimar West wurden ca. 12 Millionen Euro bei verschiedenen Projekten investiert. Nach einem Kurzfilm "Weimar 1991", machten die Teilnehmer einen Stadtteilrundgang.

Begonnen haben wir beim MGH , das ist ein Ort der Begegnung mit vielfältigen Angeboten, die den Zusammenhalt der Generationen stärken und in denen sich viele Menschen freiwillig engagieren. Das Motto lautet: ''Starke Leistung für jedes Alter'' Aber das Projekt MGH insgesamt ist in Gefahr. Über die Bundesfinanzierung ''Soziale Stadt'' werden in Zukunft nur Investition gefördert, aber keine Personalkosten. Ein MGH ehrenamtlich zu betreiben ist eine Träumerei und keine Realität. Es müssen unbedingt weiter Angebote für die Einwohner_innen vorhanden sein. Warum? Im Weimar/West kommt es langsam aber sicher zur Segregation, der räumlichen Trennung der Wohngebiete von sozialen Gruppen in der Stadt. Die Wohlhabenden wohnen in den begehrtesten Gegenden und die Armen in den Wohnvierteln, in denen andere nicht wohnen wollen. Das ist eine soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft und wird zum Problem, wenn Armut und Perspektivlosigkeit in bestimmten Stadtvierteln dominieren. Also muss das MGH hier unbedingt Angebote schaffen um den Zusammenhalt der Generationen zu stärken.

Weiter gingen wir zum Schulcampus "Am Paradies", dort ist die Grundschule ''Albert Schweitzer“ und die Regelschule "Carl-August-Musäus" untergebracht. Die Panik von einigen Eltern, die Großen werden die Kleinen schikanieren habe sich nicht so nicht bewahrheitet. Die Regelschule hat vor Schuljahresbeginn 2016/17 Anmeldung für 5 fünfte Klassen, aber Lehrer nur für drei Klassen, deshalb mussten die Eltern ihre Kinder in anderen Schulen anmelden. Es gibt ein weiteres Problem. Das Schulcampus/Gebäude gehört der Weimarer Wohnstätte, welche für den Umbau einen Kredit aufgenommen hat. Der Schulträger ist die Stadtverwaltung Weimar und diese bezahlt dafür die entsprechende Miete. Unklar ist für die Weimarer Wohnstätte bis heute, wer nach der Gebiets- und Verwaltungsreform in Thüringen Schulträger wird und welche Konsequenz das für sie haben wird.

Nächste Station der Besichtigung war der Jugendclub Waggon und Kindertreff Kramixxo. Die diensthabende Kollegin sagte uns, dass sie zur Zeit mit den 2,5 Stellen für die Sozialarbeit nicht alles was notwendig ist für die Betreuung absichern können und fordert die gestrichene ½ Stelle von der Stadt zurück. Sie spricht auch ein weiteres Problem an: wichtig wäre auch die Betreuung der Eltern der Kinder, welche mit ihrer Aufgabe als Eltern nicht zu Recht kommen.

Im Boxverein Weimar e.V. hat uns ein Sportsozialarbeiter empfangen. Seine Stelle ist durch das Programm „Aktion Mensch“ bis 2017 finanziert, doch wie geht weiter? Im Boxverein sind die Angebote des Jugendfreizeitsports mit den Angeboten der Jugendsozialarbeit im Verein fest verbunden und man arbeitet sehr eng mit den Eltern zusammen. Die Kinder und Jugendlichen lernen, Kraft, Ausdauer und Mut ebenso, wie Konzentration und Verständnis. Damit wird den Kindern und Jugendlichen beigebracht: Wenn sie die genanten Eigenschaften sich zu Eigenen machen, sind sie gut für das spätere Leben vorbereitet.

Auf dem Erreichten können und dürfen wir uns nicht ausruhen. Beim MGH, beim Jugendklub, wie beim Boxverein sind die Politiker von Kommune, Land und Bund gefordert, alles zu unternehmen, dass diese Einrichtungen auch künftig überleben können. Den Kindern und den Jugendlichen wird damit die Möglichkeit gegeben aus der Armut und der Perspektivlosigkeit auszubrechen und es ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt des sozialen Friedens in Weimar-West.
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