Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Ab Sonntagmittag den 15. September haben die Bewohner der Schwabestraße 9 in Weimar, neben ihrem Haus ein Straßenfest für bezahlbares Wohnen und gegen Gentrifizierung gefeiert und viele Gäste kamen. Der Eigentümer des Hauses ist die Max-Zöllner-Stiftung. Diese wurde 2004 durch den Freistaat Thüringen, die Stadt Weimar und Behindertenvereine und -verbände erneut ins Leben gerufen. Die Mieter haben wegen der bevorstehenden Renovierung Kündigungen erhalten, mit der Option, nach der Renovierung wieder dort einziehen zu können. Allerdings nach einer 200- prozentigen Mietpreissteigerung ( 9 € Kaltmiete).
Da wird man wohl nachfragen dürfen, was das noch mit einer Stiftung zu tun hat, die, laut Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgt. Eigenartig ist auch, dass die Stiftung bisher jegliche Gesprächsangebote ablehnte. So nutzten die Betroffenen mit einem gut organisierten Straßenfest die Öffentlichkeit, um auf diese Umstände aufmerksam zu machen.
Vom Stiftungsrat, dort sind von neuen Mitgliedern drei vom Stadtrat Weimar, war nur Rudolf Keßner vom Bündnis90/Grüne gekommen. OB Stefan Wolf ist auf Bürgerreise in Polen. Herr Keßner verteidigte die Kündigungen. Auf unsere Anfragen nach Lösungsvorschlägen hatte er gleich drei. Erstens, die Mieter hätten ja die Möglichkeit nach der Sanierung wieder einzuziehen, es wären ja nicht alle arm. Zweitens, sie sollen in andere preiswertere Wohnquartiere umziehen und drittens sollten sie selber etwas tun, aber was oder wie, das hat er nicht gesagt.
Auf die Frage, wenn die Stiftung unbedingt Rendite orientiert sein muss, um ihre Ziel zu verfolgen, warum dann zwei Stiftungshäuser schon seit Jahren leer stehen und dort somit hohe Verluste entstanden sind, hatte er kein vernünftiges Argument.
Beim Nachhauseweg viel mir das Wahlplakat der Grünen wieder auf, wo steht: “Für faire Mieten statt Rendite, und DU?“. Herr Keßner hat mit seinem Auftreten beim Straßenfest gezeigt, dass er diese Losung im eigenen Verantwortungsbereich wohl nicht vertritt.
Leider habe ich erst am Abend im Internet die TA -Meldung vom 02.11.2010 unter dem Titel: “ Auseinandersetzungen um die Zöllnerstiftung“ gelesen.
Dort steht: Mit Geldanlagen allein könne man das Stiftungsvermögen nicht erhalten oder gar mehren. Deshalb plant die vom früheren Stadtrat Michael Hasenbeck und Keßner geleitete Stiftung, das Zöllner-Viertel für "generationenübergreifendes barrierefreies Wohnen mit sozialverträglichen Mieten und Betreuungsangeboten" zu sanieren sowie angrenzend eine Förderschule zu errichten.“ Das erinnert mich an Kanzler Adenauer: “ Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.
Deshalb ist die erste Bürger-Pflicht in der Demokratie, die Politiker immer wieder an ihre Versprechen zu erinnern, denn sie wollen ja wieder gewählt werden.
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