„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“.

Im Faustdilemma geht es um den hintergründigen Sinn der menschlichen Existenz, um den Menschen in der Zerreißprobe zwischen hellen und dunklen Mächten.

So habe ich auch die Bibel-Lesung von Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages am 13. September in der Stadtbücherei Weimar verstanden. Er las und bezog Stellungnahme zum Evangelisten Matthäus 20.1-16. ,,Von den Arbeiten im Weinberg.“ Das ist eine Allegorie über die Missionierung der Völker: Der Weinbergbesitzer steht jeweils für Gott. Die Arbeiter sind Gottes wahre Kinder. Sie finden zu unterschiedlichen Zeiten zum Glauben, aber trotzdem wird ihnen allen die gleiche Liebe Gottes zuteil.

Aber Herr Thierse beschäftigte sich mit der Grundfrage: „Sozialstaat ist eine organisierte Solidarität in Europa, können wir uns den Sozialstaat auch in den heutigen globalisieren Welt leisten?“ Er fürchtet, dass die Schere zwischen Arm und Reich zur Bedrohung der Demokratie führt, wie die Geschichte schon oft gezeigt hat. Die Befreiungstheologie des brasilianischen Bischof Dom Helder Camara zitierend nahm er Bezug zum Klassenkampf :“Wenn jemand an Arme Brot verteilt, dann gilt er als Heiliger. Sagt er, dass der Arme ein Recht auf Brot hat, dann gilt er als links und gefährlich.“ Weiter dazu äußern wollte er sich aber nicht. Eigentlich schade, denn ich hätte gern mehr erfahren, wie er das Evangelium in seiner Tätigkeit als SPD Politiker im Deutschen Bundestag umsetzt und wo er die Grenzen sieht.

Ich stimme als Linker dem deutschen Katholischen Bischof Dr. Franz Kamphaus zu, welcher 2007 in einem Interview sagte:“Meiner Meinung nach ist es wahr: Das Evangelium ist eine gefährliche Sache. Wer sich auf das Evangelium beruft, wird gefährlich und vielleicht auch links.“

Stanislav Sedlacik, 99427 Weimar
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