Ab Aschermittwoch: Risiko durch Verzicht?

Fasten bedeutet verzichten: Verzichten Sie die nächsten sieben Wochen auch auf Lebensmittel in Plasteverpackung?
Auf Fangnetze und doppelte Böden verzichten. Das Leben leben jenseits der Hochsicherheitszonen. Mit dem streitbaren Motto „Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht“ und ungewöhnlichen Ratschlägen startet die evangelische Kirche heute in die Fastenzeit. Für gewöhnlich verzichtet die Mehrzahl der Fastenden ­zwischen Aschermittwoch und Karsamstag auf Genüsse wie Alkohol, Fleisch und Süßigkeiten. Andere lassen das Auto stehen oder den Fernseher ausgeschaltet.

Die evangelische ­Kirche wirbt seit Jahren für zusätzlichen Verzicht: auf Geiz, Scheu, Ausreden oder falschen Ehrgeiz. In diesem Jahr soll man sieben Wochen lang weniger Vorsicht walten lassen. Pfarrer Martin Krautwurst aus Magdala gibt zu, dass er länger über dieses Thema nachdenken musste. Seine Idee: „Wie wäre es, wenn wir – vielleicht neben den eigenen Fastengeboten wie Alkohol und Schokolade – sieben Wochen lang nur Produkte kaufen, die nicht in Plaste eingepackt oder eingeschweißt sind.“ Krautwurst ist sich sicher, damit am eigenen Küchentisch eine Diskussion anzufachen. „Das Risiko liegt vermutlich in der Familie, wenn diese nicht mehr die gewohnten Dinge auf den Tisch bekommt“, sinniert er und denkt dabei an Pudding und Joghurt in Plastebechern, die seine Kinder so gern essen. Doch damit stärkt er die Intensionen der Ideengeber, die anregen wollen, mit neuen Ideen durchaus einen Streit zu riskieren.

„Ich sehe nicht, worin das Risiko beim Verzichten liegt“, räumt hingegen Pfarrer Ulrich Matthias Spengler aus Bad Berka ein. „In der Bibel steht: ,Wer fastet, soll keine saure Miene aufsetzen, sondern es fröhlich tun.‘ Man könnte wirklich über das Motto trefflich diskutieren.“

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Wie halten Sie es in der Fastenzeit? Üben Sie Verzicht? Schließen Sie sich dem Aufruf von Pfarrer Krautwurst an und riskieren Familienzwist durch einen überarbeiteten Einkaufszettel?
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 13.02.2013 | 01:36  
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