Alpakas: lieb und knuffig

Wann? 14.04.2013 10:00 Uhr bis 14.04.2013 18:00 Uhr

Wo? München, Tonndorfer Straße 4, 99438 Bad Berka DE
„Ist hier noch was los?“ – Alpaka-Trio auf dem Rittergut München bei Bad Berka.
  Bad Berka: München | „Alle nehmen sich jetzt eine Futterschüssel!“, ruft Heike Ritschel einer Kindergruppe zu. Es ist ein kalter Frühlingstag auf dem Rittergut in München bei Bad Berka. Doch der eisige Wind spielt jetzt nur noch eine winzige Nebenrolle. Denn der kleine Trupp hat schon ungeduldig auf diesen Moment gewartet. Die Tür zum Alpakagehege wird geöffnet. Nun sollen die Jungen und Mädchen mit ihren Schüsseln ganz langsam an den Koppelzaun treten. Sie müssen nicht lange warten. Alchimist, Rosie und die anderen Tiere haben schon mitbekommen, dass eine Extra­portion Futter auf sie wartet und lassen sich nicht lange bitten. Die Kinder werden ruhiger, die Aufregung legt sich. Hier und da wird das flauschige Fell gestreichelt.

Alpakas gelten als ­Delphine der Erde. Sie sind gutmütig und friedlich, genießen menschliche Nähe. Mit ihrem Wollkleid, den langen Beinen und dem vergleichsweise kurzen Hals wirken sie wie riesige Kuscheltiere. Ihre ungewöhnlichen Proportionen lassen sie knuffig erscheinen, trotz einer Schulterhöhe von 80 Zentimetern. Ursprünglich stammen Alpakas aus Südamerika. Wegen ihrer Wolle werden sie dort gezüchtet. Außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat liebt man sie vor allem aufgrund ihres sanften Wesens. In den USA wurden sie erstmals als Therapie­tiere eingesetzt. Ähnlich wie Delphine reagieren Alpakas auf Menschen beruhigend. Der Weg zum Tier ist aber schneller überwunden, denn Alpakas gibt es mittlerweile fast überall auf der Welt.

Nach München kamen die ersten Alpakas vor acht Jahren. Heike und Heiko Ritschel ließen drei Tiere direkt aus Chile einfliegen. Sie selbst haben sich in Lehrgängen des Alpaka-Zucht-Verbandes das theoretische Wissen angeeignet. Mittlerweile grast eine kleine Herde auf einer Koppel direkt am Rittergut der Ritschels. Seit früher Jugend beschäftigt sich Heike Ritschel mit Tieren. Sie ist ausgebildete Schäferin und hat Tierzucht studiert. Auf dem familien­eigenen Rittergut erfüllte sie sich den Traum vom eigenen Streichelzoo mit Wollschweinen, Katzen und Pferden. Den Alpakas aber kommt eine besondere Rolle zu. Auch in München sollen künftig Therapien mit diesen sanften Kleinkamelen möglich sein.

„Wir haben schon ­viele Kinder und Senioren zu Besuch gehabt“, erzählt Heiko Ritschel. Der Einfluss der Tiere auf die Gruppendynamik sei beeindruckend. Verantwortung, Konfliktbewältigung, Teamspiel, all das könne man durch den Umgang mit Alpakas vermitteln. Geeignet sei eine Therapie bei körperlicher und geistiger Behinderung. Auch für Autisten und Menschen mit Verhaltensstörungen oder Depressionen wird sie angewandt. Derzeit bauen Ritschels ein Netzwerk auf, in dem Kinderärzte und Psychologen mitarbeiten werden. Auch mit Krankenkassen besteht Kontakt. Künftig sollen in Thüringen Menschen von diesem Therapieansatz profitieren können.

„Leider müssen die Kosten für eine solche Alpaka-Therapie aus eigenen Mitteln finanziert werden“, bedauert Heiko Ritschel. Aus Geldmangel sollte seiner Meinung nach aber keine Therapie scheitern. Er ist Vorsitzender des Vereins „Thüringer Hilfe B.“, der sich seit zwanzig Jahren für benachteiligte Kinder einsetzt. „Meiner Familie und mir ging es immer gut. Deshalb wollen wir uns für andere einsetzen. Weil wir wissen, dass ein erfülltes Leben keine Selbstverständlichkeit ist.“

Von dieser Einstellung können bereits Kinder aus dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Erfurt profitieren. Mit ihnen wollen Ritschels künftig eng zusammenarbeiten. Einen ersten Besuch gab es bereits. Die Kinder haben die Stunden im Streichelzoo sehr genossen und wollen gern wiederkommen. Dann hoffentlich bei frühlingshaftem Wetter.

TERMIN:
14. April, von 10 bis 18 Uhr, Tag der Alpakas auf dem Rittergut München; 14 Uhr Vortrag zu Alpakas und Alpaka-Therapie, 17 Uhr Alpakawanderung
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