Masern in Weimar: Gesundheitsamt impft

Immer noch steigen die Erkrankungsfälle an Masern in Weimar an. Bisher wurden dem Gesundheitsamt seit dem 11.10.2013 zwei laborbestätigte und 11 klinisch bestätigte Fälle gemeldet. Bei 9 weiteren Personen liegen Erkrankungssymptome vor, die jedoch noch nicht eindeutig auf Masern schließen lassen. Die Anzahl von Kontaktpersonen, die keinen bzw. keinen ausreichenden Impfschutz haben, bisher aber noch keine Symptome entwickelt haben, beträgt aktuell 20.

Eine der Ansteckungsquellen in Weimar war der Workshop des Kinderzirkus Tasifan, der während der Herbstferien stattfand. Kontaktpersonen wurden seitens des Gesundheitsamtes, soweit es möglich war, ermittelt und die notwendigen Maßnahmen zur Eingrenzung der Epidemie eingeleitet. Insgesamt wurde mit 120 Familien im Zusammenhang mit der Veranstaltung Kontakt aufgenommen.

Weiterhin wurden alle Schulen, Kindertageseinrichtungen, niedergelassene Ärzte, alle therapeutisch tätigen Praxen, Kliniken, Hebammen, das Asylbewerberheim sowie alle öffentlichen Beratungsstellen für Familien mit Kindern über die Masernepidemie informiert.

Masern ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Etwa zehn Tage nach der Ansteckung treten Husten, Schnupfen, Fieber und eine Bindehautentzündung mit Lichtempfindlichkeit auf. Wenige Tage danach erscheint zunächst ein maserntypischer Ausschlag im Mund und anschließend am ganzen Körper. Relativ häufige Komplikationen einer Masernerkrankung sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Durchfälle und vor allem bei kleinen Kindern Fieberkrämpfe. In seltenen Fällen kann es meist innerhalb einer Woche nach Beginn des Hautausschlags zu einer Gehirnentzündung kommen, an der bis zu 25% der Betroffenen versterben. Eine sehr seltene Spätkomplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die oft erst Jahre nach einer Maserninfektion beginnt und immer tödlich endet.

Bereits bei einem Verdacht auf eine Masernerkrankung besteht laut Infektionsschutzgesetz Meldepflicht. Kranke, Krankheitsverdächtige sowie Ansteckungsverdächtige dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Das Gesundheitsamt hat hierzu bei der aktuellen Epidemie die notwendigen Anordnungen getroffen. Dennoch konnten aufgrund der Vielzahl von Kontaktmöglichkeiten nicht alle Kontaktpersonen abgegrenzt werden, so dass für ungeschützte Personen zurzeit ein erhöhtes Risiko besteht, an Masern zu erkranken.

Vor Masern geschützt sind Menschen, die zweimal gegen Masern geimpft wurden oder die Masernerkrankung durchgemacht haben. Bei Personen, die vor 1970 geboren wurden, geht man davon aus, dass in 95 % der Fälle Immunschutz aufgrund einer durchgemachten Masernerkrankung besteht. In der ehemaligen DDR wurde die Impfpflicht für die einmalige Masernimpfung im Jahr 1970, die Zweitimpfung 1993 eingeführt. Personen, die nach 1970 geboren wurden, werden daher gebeten, ihren Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls die zweite Impfung nachzuholen.

Grundsätzlich wird eine Impfung für Kleinkinder, Jugendliche und auch Erwachsene ohne ausreichenden Immunschutz dringend empfohlen. Besonders wichtig ist, Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen zu schließen, um Schwangere, die Kleinsten, die noch nicht geimpft werden können, und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen, zu schützen.

Das Gesundheitsamt bietet am kommenden Dienstag, den 19.11.2013 allen Bürgerinnen und Bürgern von 8 – 18 Uhr die Möglichkeit, sich im Gesundheitsamt, Markt 13/14, 2. Stock, mit dem Kombinationsimpfstoff Masern-Mumps-Röteln impfen zu lassen.
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