Nur eine Frage: Haben Tiere auch verschiedene Blutgruppen, Herr Dr. Hille?

Warten beim Tierarzt. (Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)
Weimar: Tierarzt | AA-Redakteure suchen nach Antworten auf alltägliche Fragen. Manchmal sind es skurrile Fragen, manchmal skurrile Antworten. Was wollten Sie schon immer wissen?


Ja, auch Tiere haben unterschiedliche Blutgruppen. Während beim Menschen über 30 Blutgruppensysteme bekannt sind, fanden Forscher bei Haustieren auch eine Vielzahl von Blutgruppensystemen mit verschiedenen Bezeichnungen - so bei Katzen die Blutgruppen A, B und AB. Für Hunde werden zwölf Blutgruppensysteme beschrieben, die man mit DEA (Dog Erythrozyte Antigene) 1.1, 1.2 usw. bezeichnet. Bei Pferden kennen wir mindestens acht Blutgruppen.

Ein Tierarzt kann bei Hunden und Katzen relativ einfach die Blutgruppe bestimmen lassen. Sie sind letztendlich auf den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vorhandene Strukturen, die als Antigene bezeichnet werden und weitervererbt werden. Gegen diese Antigene kann das Immunsystem Abwehreiweiße bilden, sodass der Träger einer bestimmten Blutgruppe meist Abwehreiweiße gegen die anderen Blutgruppenfaktoren bildet, nicht aber gegen seine eigene. Das ist wichtig in der Transfusionsmedizin, denn bei der Übertragung von Blut, kann es zu gravierenden Zwischenfällen kommen, wenn die Blutgruppen von Empfängern und Spendern nicht verträglich sind. Vor einer Blutübertragung sind deshalb Tests notwendig. So kommen etwa DEA 1.1 negative Hunde als Spender auch für DEA 1.1 positive Hunde in Frage, aber nicht umgekehrt.

Transfusionen bei Tieren sind gar nicht so selten - zum Beispiel nach Unfällen, chirurgischen Eingriffen mit großen Blutverlusten oder wenn blutzellzerstörende Erkrankungen behandelt werden. Oft kommt Frischblut zum Einsatz, das direkt vom Spendertier übertragen wird. Aber Blut kann auch aufgearbeitet, in einzelnen Bestandteile getrennt werden, sodass je nach Indikation auch Erythrozytenkonzentrate oder Blutplasma übertragen werden. In größeren Einrichtungen gibt es sogar Tierblutbanken.

Antwortgeber

DR. GILDO HILLE
...ist Tierarzt in Weimar.


Zur Sache

Gesunde, ruhige Hunde - zwischen einem und neun Jahren - sind als Tierblutspender geeignet. Sie sollten mindestens 20 Kilogramm auf die Waage bringen, regelmäßig geimpft sowie entwurmt sein und keine Medikamente erhalten. Hunde, die aus südlichen Ländern stammen, sind wegen eventueller Übertragung von Infektionskrankheiten von der Blutspende ausgeschlossen.
Hunde können drei bis vier Mal im Jahr Blut spenden. Vor der Spende werden die roten Blutzellen überprüft.
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Renate Jung aus Erfurt | 12.11.2016 | 23:54  
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