Persönliche Wendegeschichten: Thüringische Landeszeitung veröffentlicht „Aufbruch in Thüringen“

TLZ-Chefredakteur Bernd Hilder und Stellvertreterin Gerlinde Sommer sind Herausgeber des Buches „Aufbruch in Thüringen“. (Foto: Peter Michaelis/TLZ)
Weimar: Thüringische Landeszeitung |

Eigentlich ist alles gesagt. 25 Jahre Mauerfall, Ende der SED-Gewaltherrschaft und ein Land, ruiniert vom Sozialismus. Im Jubiläumsjahr leuchtete die Republik noch einmal detailliert das Ende der DDR-Diktatur aus. Zuweilen larmoyant oder verklärend, manchmal herablassend und unempathisch – aber eigentlich immer mit erhobenem Zeigefinger.

Im Osten nichts Neues? Jetzt hat sich auch die traditionsreiche „Thüringische Landeszeitung“ aus Weimar („Wir schreiben Klartext“) an ein Buch zum Mauerfall gewagt. Die Redakteure der Tageszeitung suchten nach den Geschichten des täglichen Lebens, das sich irgendwo zwischen friedensbewegten Oppositionellen, hartnäckigen Parteikadern und vergesslichen Stasispitzeln abspielte. „Aufbruch in Thüringen – Der Weg zum Mauerfall 1989“ ist kein alltägliches Geschichtsbuch geworden, sondern eine so persönliche wie freilassende Dokumentation der End-DDR, die dem Leser erlaubt, sich selbst ein Bild zu machen.

"Vorurteile leichter überwinden"


„Die TLZ hat die vielen Fassetten des Lebens dokumentiert“, sagt TLZ-Chefredakteur Bernd Hilder. „Exemplarisch aufgezeigt mit Geschichten über und Interviews mit Menschen, die damals dabei waren.“ Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Gerlinde Sommer ist er ­Herausgeber des Buches. „Der Leser bekommt Anhaltspunkte dafür, warum sich die Dinge seit dem Mauerfall für verschiedene Menschen so unterschiedlich entwickelt haben“, sagt Hilder. „Wer weiß, was damals geschah, kann heute gegenseitige Vorurteile leichter überwinden.“

"Wir waren keine Mörder"


Auch wenn sich „Aufbruch in Thüringen“ durch gesunde journalistische Distanz auszeichnet, ist die Debatte zwischen den Geschichten hitzig, die Gefühlslage zerrissen. Es reicht ein Blick auf die sorgfältig gewählten Überschriften: „Wir waren keine Mörder“, „Die DDR war eine Verratskultur“, „Ich bin zum Staatsfeind erzogen worden“, „Ich wollte eine bessere DDR“, „Die wirkliche Welt gab es nicht mehr“. Dahinter verbergen sich bewegende Erzählungen – über die „geheime Kommandosache“ der Stasi zur Errichtung von Isolierungslagern, über Punks und Heavy-Metal-Bands oder die Schüsse an der Grenze im Eichsfeld. Es kommen Grenzer zu Wort und Roland Jahn, Stasi-Besetzer und Wahlwächter. Und dann noch diese Geschichte: „Trotz Schießbefehls gab es oft Geschlachtetes für die Grenzer“.

Weiterlesen:
„Aufbruch in Thüringen. Der Weg zum Mauerfall 1989“ von Bernd Hilder und Gerlinde Sommer (Herausgeber), 14,95 Euro. Erschienen im Klartext-Verlag.

Kaufen:
• in allen Pressehäusern der Zeitungsgruppe Thüringen
• telefonisch unter 03 61 / 2 27 58 59
• online im Lesershop

Buchvorstellung:
• 19. Dezember, 17 Uhr, Landgasthaus „Zur Endstation“, Brochthausen (Eichsfeld)
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