Schon Goethe litt an Bournout. Die Evangelische Krankenpflegeschule am Sophien- und Hufeland-Klinikum in Weimar feiert diese Woche 125-jähriges Jubiläum.

2Z5E4408: Die Evangelische Krankenpflegeschule am Sophien- und Hufeland-Klinikum in Weimar feiert diese Woche 125-jähriges Jubiläum. Die auf dem Foto zu sehenden Azubis haben ihre Ausbildung erst vergangene Woche begonnen.
 
Sophien- und Hufeland-Klinikum in Weimar
Weimar: Sophien- und Hufeland-Klinikum | Weimar. Es sind nur 59 Azubis zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in, darunter elf junge Männer. Im Gegensatz zu sonstigen Berufsschulen sind das eher wenig. Doch die Evangelische Krankenpflegeschule kann mit einem großen Vorteil pfunden: Die Schule befindet sich direkt am Krankenhaus, der Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH Weimar. „Das spricht für die Einheit von theoretischer und praktischer Ausbildung und natürlich auch kurze Wege“, freut sich Schulleiterin Rosmarie Grunert. Durch die überschaubare Anzahl an Auszubildenden läuft die gesamte Ausbildung zudem persönlicher ab.

Die Pflegeschule feiert diese Woche ihr 125-jähriges Jubiläum. Vieles hat sich seit der Gründung als Sophienhaus geändert. Aber eines ist gleich geblieben. Es handelt sich nach wie vor um eine Evangelische Krankenpflegeschule. „Und darauf legen wir“, so die Schulleiterin, die zugleich Oberin der Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses ist, „großen Wert bei den Bewerbungsgesprächen“. Jede Schulwoche wird mit einer Andacht, teils auch von den Azubis gestaltet, begonnen. Der Schuljahresanfangsgottesdienst läuft unter Regie des zweiten Ausbildungsjahres. Das Kirchenjahr steht mit auf dem Lehrplan. „Da wir im Krankenhaus auch viele gläubige Patienten haben, sollten die Schwestern und Pfleger wissen, was Ostern und Pfingsten für sie bedeuten“, so Rosmarie Grunert. Pro Ausbildungsseminar steht eine Fahrt zu einer kirchlichen Bildungsstätte an. Konfessionell gebundene Schüler werden für die Zeit der Ausbildung in die Schwestern- und Bruderschaft aufgenommen.

Die Schulleiterin hat eben die Begriffe Schwester und Pfleger benutzt. Die offizielle Berufsbezeichnung dafür lautet seit 2004 Gesundheits- und Krankenpfleger. Und dennoch legt man am Klinikum großen Wert auf die früher gebräuchlichen Anreden Schwester beziehungsweise Pfleger plus Vorname. „Das schafft für die Patienten eine vertraute Beziehung“, ist sie sich sicher.

Seit einem dreiviertel Jahr wird das 125-jährige Jubiläum der Krankenpflegeschule vorbereitet. Bereits am Montag präsentierten sich die Schüler in der Innenstadt von Weimar. An den Denkmalen von Christoph Martin Wieland, Carl August, Franz Liszt, Goethe und Schiller wurden deren Krankheitsgeschichten und die damaligen Behandlungsmöglichkeiten anschaulich von den Azubis des zweiten Ausbildungsjahres dargestellt. Wussten Sie beispielsweise, dass Goethe an Bournout erkrankte? Heute, 15.30 – 17.30 Uhr, findet im Klinikum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Generalisierung der Pflegeausbildung: Chance oder Risiko?“ statt. Ebenso öffentlich ist am Samstag, 11 Uhr, der Gottesdienst mit Festakt in der Jakobskirche. Für das anschließende Absolvententreffen auf dem Sophienhausgelände gibt es bereits 300 Anmeldungen. Wer sich für die Geschichte der Evangelischen Krankenpflegeschule interessiert, dem sei die Ausstellung im Foyer des Klinikums empfohlen. Dort sind unter anderem Abschlusszeitungen von den 70-er Jahren bis heute, zwölf Interviews mit ehemaligen Absolventen, viele historische Fotos, Unterrichtsmaterialien und Bücher, Figurinen mit historischen Trachten und Broschen und ein von den Azubis gedrehter Film zu sehen.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 11.09.2012 | 20:24  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.09.2012 | 18:07  
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