Selbstversuch bei einer Heilerin in Weimar - Eine Fliege aus dem Jenseits?

 
Energie fließt. (Foto: FW-Fotografie / pixelio.de)
 
Heilerin Susann Klinke, Weimar-Ehringsdorf
 
Lebensnarben: Zerbrochenes Herz. (Foto: Klicker / pixelio.de)
Weimar: Energetische Heilarbeit |

Entspannungssuche im Selbstversuch: AA-Redakteur Thomas Gräser begibt sich in die Hände einer Heilerin und ist verblüfft




Etwas benebelt und taumelnd erklimme ich den Ziegelberg in Weimar-Ehringsdorf. Die Häuser rechts und links schwanken. Und das schiefe Straßenschild „Gemeindeweg“ steht hin und wieder auch mal gerade. Es nieselt. Doch so traurig wie das ­Wetter bin ich nicht. Im Gegenteil. Und ich beo­bachte meine Körperreaktionen gespannt weiter – in voller Erwartungshaltung. Ein ­Ge­dankengewitter ergießt sich über mich. Was ist da ­gerade ­mit mir passiert, auch mit der angrifflustigen Fliege?

Die „Couch“

Es ist zehn Minuten her, ich liege auf der „Couch“, na ja auf der Massageliege, aber nicht um durchgeknetet zu werden. Ich begebe mich in die Hände von Susann Klinke. Sie praktiziert energetische Heilarbeit. Und die Energiebehandlung ist bei mir angekommen, löst Reaktionen aus, die ich vorher nicht erahnen, mir nicht vorstellen konnte. Nach Osteopathie ist es erst meine zweite Erfahrung mit der alternativen Medizin. Und ich bin wieder überrascht.

Der Skeptiker

Zwar bin ich von Grund auf Skeptiker – Kaffeesatzleser, Knochen­deuter und Kugelschauer haben bei mir keine Chance – aber die Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber – mit Erfolgsaussichten, treibt mich an. Vielleicht hätte ich vor zehn Jahren noch lächelnd abgewinkt und den Ziegelberg gemieden, doch längst bin ich der Über­zeugung: Schulmedizin darf die Alternativmedizin nicht ausschließen. Und längst nähern sich ja beide an – hoffentlich zu einer Symbiose zum Wohl der Patienten. Wer heilt, hat Recht!

Der Start

Vor anderthalb Stunden lerne ich Susann Klinke kennen. Im Flur bekomme ich ­warme ­Socken im Tausch gegen meine Straßenschuhe. Es geht nach oben. Im Behandlungsraum empfangen mich warme Töne – an der Wand, von den Lampen aus strahlend und aus den Lautsprechern, ganz sanft. Es duftet nach Salbei und Kiefernharz. In der rechten Ecke hängt ein Deko-Pendel bewegungslos von Teelichtern umringt. Die Massageliege – bestückt mit Kissen und Decke – steht vor den Fenstern. Wir nehmen in Korbsesseln zum Vorgespräch Platz. Und die einstige Pädagogin und Kosmetikerin versucht noch eine lästige Fliege zu vertreiben. Das misslingt. Immer wieder stört mich ­dieses Insekt, jedoch ohne mich abzulenken.

Die Zweifel

Als Susann Klinke ­erläutert, dass sie bei der Behand­lung Bilder und Botschaften aus meinem Leben empfangen könnte, sage ich scherzhaft: „Ich will hier raus.“ Ich werde gefragt, ob ich im Nachhinein davon wissen wolle. Nachdem noch Aussagen fallen wie: Seelen melden sich, Bilder von Verstorbenen aus dem Jenseits empfangen, frage ich mich doch, ob ich weiter­machen will. Die Neu­gierde siegt schließlich, als die Rede ist von: „In die Zukunft schauen kann ich nicht“, Hilfe zur Selbsthilfe, Zusammen­arbeit mit Schulmedizinern, „ich habe keinen gläsernen Menschen vor mir“, die Kräfte wirken auch durch dicke Kleidung, die Behandlung ist auch zum Auftanken ge­eignet. „Jeder kann heilen“, sagt ­Susann Klinke. Und schließlich habe ich nur ­Rücken. „Das Auflegen der Händen ist die natür­lichste und älteste Heil­methode.“ Ich bin bereit. Die Fliege anscheinend auch und greift wiederum an.

Das „Gebet“

Gut verpackt in der Decke, auf einen angewärmten Kissen liegend, schließe ich die Augen. Susann Klinke steht oder sitzt hinter mir, ihreHände berühren sanft meine Schultern nahe am Nacken. Mit leiser Stimme bittet sie um Hilfe gegen meine ­Rückenschmerzen. Mir kommt es wie ein Gebet vor, doch „oh, Herr“ fällt nicht. Wen ruft sie an?

Das Versinken

Plötzlich geht mein rechter Arm – gestützt durch die Behandlerin – wie durch Geister­hand nach außen, streckt sich weit gen meinen Kopf. Es schmerzt, meine Verspannung ist aktiv. Ich lasse es geschehen. Dann schwingt mein Kopf, ja er kreist in den Händen der Heilerin. Das scheint aber auch die nervige Fliege zu interessieren. Doch ich fühle mich in diesem Moment nicht gestört. Ich bin versunken. Susann Klinkes Hände schieben sich unter meinen Rücken an den Beckenknochen. Irgendetwas geschieht, es fühlt sich wohltuend an.

Das Schwingen

Meine Augen bleiben geschlossen. Im Inneren spüre ich, das ist gut so. Ich fühle mich geborgen. Doch als immer wieder ein Lufthauch mein Gesicht streichelt, zwinge ich mich zum Blinzeln. Hände schwingen in Wellenbewegungen über meinen Körper – vom Kopf zu den Füßen und zurück. Und in denselben Schwingungen geht Susann Klinke jeweils in die Knie. Ich lächele innerlich, finde es aber nicht albern. Als Außenstehender wäre das wohl anders. Doch ich bin mittendrin.

Die Verblüffung

Bei der Berührung meiner linken Hüfte durch die heilenden Hände wird diese richtig warm und strahlt nach innen – viel stärker als es rechts war. Dann wird es auf meiner Stirn warm, obwohl mich nichts berührt, außer der Fliege. Die gehört jetzt einfach dazu. Ein Zeichen? Die Klinke-Hände sind mindestens zehn Zentimeter entfernt. Verblüffung stellt sich bei mir ein, aber auch noch mehr Erwartung. Spätestens jetzt stirbt der Satz: An so etwas muss man glauben. Schließlich bin ich über­zeugter Ungläubiger.

Das Erwachen

Nach den abschließenden Worten von Susann Klinke folgt die Frage: „Wie geht es ihnen“? Widerwillig öffne ich die Augen, ich will nur liegen bleiben. Ich strecke mich und setze mich vor­sichtig, die Beine baumelnd auf den Liegenrand. Ich schwebe taumelig, aber entspannt. Ich habe keinerlei Zeitgefühl und erfahre, dass eine Stunde vergangen ist. Tut das gut. Wohl auch der Fliege, die gleich zur Stelle ist.

Die Bilder

„Machen sie langsam“, sagt Susann Klinke. Und sie muss es wohl auch erst mal setzen lassen. Doch schnell folgt: „Rauchen sie?“ Das könnte man riechen, kommt der Zweifler in mir durch. „Man merkt schon, dass sie viel ­arbeiten, viel unterwegs sind.“ Was für ein Satz und mein Chef nicht in der Nähe. „Ich habe als Bild einen ­verletzten Baum gesehen, mit Harz verkrustet. Irgendetwas muss sie verletzt haben. Da wurde etwas kaputtgeschlagen. Zwar ist das lange her, aber nicht endgültig verarbeitet von ihnen.“ Ja da war natürlich was, aber hat nicht jeder so eine Lebens-Narbe, frage ich mich. „Ich habe auch eine Waage gesehen. Die rechte Seite deutet auf eine emotionale Anspannung hin. Außerdem wurden Leber und Milz sehr warm. Und der REM-Schlaf * war deutlich sichtbar.“ Diesen nahm ich gar nicht wahr. Ich habe nicht geträumt, nur genossen. Und einem Realisten wie mir, sind die Aussagen zu allgemein, aber dennoch spannend.

Das Nachbeben

Jetzt genieße ich den leichten Regen und würde am liebsten den Ziegelberg hochrennen. An Autofahren ist noch nicht zu denken, die Behandlung schwingt, ja bebt nach. Ich muss es erst ver­arbeiten. Meine Nacken- und Rückenschmerzen sind aber viel stärker, als vor der Anwendung. Heilungsbeginn? Es ist kein unangenehmer Schmerz, sondern eher wie die Nachwirkungen einer manuellen Therapie am Folge­tag. Aber wie kann das sein? Schließlich wurde ich nur sanft berührt. Meist waren die Hände von Susann Klinke nur über meinem Körper. Da ist etwas passiert, was außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt. Ich erinnere mich an die Worte aus dem Vorgespräch: „Alles ist durchzogen von Energie, wenn man das Herz öffnet, fließt sie.“

Der Genuss

Zuhause im Sessel stellt sich noch nach Stunden aus­­-
gie­biges Lächeln bei mir ein, wie nach intensivem Sport treiben, einer Tageswanderung oder einem Erfolgs­erlebnis. Ich bin froh, dass zu empfinden. Vielleicht hat es William Shakespeare schon gewusst: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt.“ Dennoch, die Fliege war kein Botschafter aus dem Nirwana. Schließlich ist ­noch warm. Das war reiner Zufall. Oder?


* Nachtrag: Am Abend nach der Behandlung bin ich viel schneller und intensiver als sonst müde geworden. Ich schlief ganz fest. Am folgenden Morgen fühlte ich mich sehr ent­spannt, beschwingt. Mein Rücken und Nacken sendete noch am dritten Tag Symptome wie nach einer ­Massage. Ich fühle mich ausgeglichen und stark, auch noch 72 Stunden nach der ­Behandlung. Meinem Rücken geht es besser. Übrigens, die Fliege ist mir nicht gefolgt.

Die Heilerin kontaktierte mich täglich und fragte nach wie es mir geht. Am dritten Tag nach der "Behandlung" stellte sich ein Permanent-Schmerz in meiner linken Schulter ein. Das teilte ich Susann Klinke mit. Sie wollte sofort mit einer Fernbehandlung starten. Ich ging mit dem lästig-quälenden Schmerz zu Freunden und erzählte davon - ungläubig und lächelnd. Ja, ich machte darüber Witze. Denn Fernheilung ist in meiner Vorstellung ganz weit weg - zu diesem Zeitpunkt. Nach 15 Minuten sagte ich in die Runde: Ihr werdet es nicht glauben, der Schmerz ist weg, ganz weg. Und ganz plötzlich wie per Knopfdruck ausgeschaltet. Darüber bin ich bis heute verblüfft.


ZITATE

Es gibt nicht nur die für uns sichtbare Welt, sondern Ebenen dahinter.

Alles ist durchzogen von Energie. Als Medium nehme ich Kontakt zum Unterbewusstsein auf. Als Heilerin gleiche ich das Energiefeld meiner Klienten aus. Beides durchdringt sich. Gleichgewicht ist das Zauberwort.

Ein Medium hat Zugang und erhält Bilder und Botschaften.

In die Zukunft blicken kann ich nicht.

Als Heilerin bezeichne ich mich stets als Lernende, die mit jeder Behandlung wächst.

Susann Klinke, Heilerin


* Medium
...lateinisch für Mitte, Mittelpunkt. Als Medium werden in der Paraspsychologie Personen bezeichnet, die Verbindungen zu über­natürlichen Wesen und Verstorbenen aufnehmen können oder anders geartete Wahrnehmungen haben.

* Der REM-Schlaf
REM steht für Rapid Eye Movement, sinngemäß schnelles Augenrollen. Auch das Gehirn ist in dieser Phase sehr aktiv, die Muskulatur sehr entspannt. Menschen die in dieser Phase geweckt werden oder aufwachen sollen sich nach Untersuchungen besonders häufig gut an Träume erinnern können.


ZUR SACHE

Susann Klinke - Energetische-mediale Heilarbeit - hat zwölf Jahre ­Erfahrung im heilerischen Bereich.
• Der Arbeitsschwerpunkt liegt im menschlichen Energiefeld und seinen sieben Hauptzentren (Chakren).
• Susann Klinke spürt energetische Blockaden mittels ihrer Hände auf und kanalisiert Energie. Damit wird die Selbstregulierung angeregt.
• Eine Behandlung kann auch prophylaktisch wertvoll sein, da sie stressabauend, ausgleichend und harmonisierend wirken kann.
• Eine ganzheitliche Erstbehandlung dauert mit Vor- und Nachgespräch zirka 150 Minuten.
• Sie kooperiert mit ganzheitlich orientierten Schulmedizinern.
• Ausbildung: Hochschulstudium Pädagogik, alle Reiki-Grade, Intensivkurse zur Schulung der Media­lität, Therapeutic Touch-Ausbildung, Seminare zum geistigen Heilen und Aurafeld des Menschen.
• Leistungen: Energiebehandlung, Verbindung zur Seelenebene, Hilfe zur Selbsthilfe. Mediale Trauerbegleitung - Seelenkontakte und Fernbehandlung.
• Herzenssache: Hilfe für Krebskranke nach der Strahlenbehandlung - Linderung der Begleitsymptome.
Inform@tionen: www.energetischeheil­arbeit.com, Telefon: 0 15 78 - 4 52 03 88
2 1
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
2 Kommentare
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 29.09.2016 | 21:41  
Thomas Gräser aus Erfurt | 29.09.2016 | 21:47  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige