Verloren, vergessen, versteigert - 100 Schlüsselbunde finden sich pro Jahr im Fundbüro der Stadt Weimar - Das sind 500 bis 600 verschlossene Türen

100 Schlüsselbunde werden in Weimar pro Jahr gefunden und im Fundbüro abgegeben.
 
Der Herr der Schlüssel und anderer Fundsachen: Chris Hermann betreut mit weiteren vier Mitarbeitern des Bürgerbüros im Wechsel das städtische Fundbüro.
Weimar: Fundbüro |

Nach dem Schlüssel-Erlebnis im Weimarer Fundbüro steht fest: Schlüssel kommen nicht unter den Hammer. Doch zur Versteigerung am 20. November konnen hochwertige Produkte zum Schnäppchenpreis erhascht werden




Das war vielleicht ein Schlüssel-Erlebnis im Fundbüro Weimar. Da hängen pro Jahr rund 100 Schlüsselbunde am Haken. Sie sind aufgefädelt an schlichten Schlüsselringen, an Verschraubungen, Schnappverschlüssen oder mit Schlüsselquasten verziert und somit leicht erkennbar. Das sind zig verschlossene Türen - ob Haus, Büro, Garage, Keller, Tor, Tresor, Auto oder Briefkasten.

Dahinter stehen nervenaufreibende Schicksale: Verzweifelte Suchen, Ängste, Verspätungen, das Organisieren von Zweit- oder Ersatzschlüsseln, Kosten für Schlüsseldienste, für Nachschlüssel bis hin zum Austausch von kompletten Schließanlagen. Schließlich ist keinem wohl bei dem Gedanken, dass sich Schlüssel in fremden Händen befinden können.

Und das alles kann minimiert oder beendet werden, wenn Betroffene zeitnah auch das Fundbüro kontaktieren. Das ist manchmal sozusagen der Schlüssel zum Erfolg. "Viele denken, dass der Schlüsselbund oder andere Sachen nicht abgegeben werden", sagt Chris Hermann vom Fundbüro der Stadt Weimar. Dabei ist eine Verlustanzeige schnell aufgegeben und kann der Schlüssel zum Glück sein.

"Die Verlierer sind aber selbst gefordert", sagt Hermann. Auch wenn sie oft unschlüssig sind, müssen sie aktiv werden und dann gegebenenfalls ihr gefundenes Hab und Gut detailliert beschreiben.

Eines ist aber auf jeden Fall sicher: Die Schlüssel im Fundbüro können nicht in falsche Hände kommen. Sie werden nach der Aufbewahrungsfrist von mindestens sechs Monaten eingestampft und sind somit für alle Zeiten unbrauchbar.

"Es gibt viele ehrliche Finder und wir sind bestrebt, den Eigentümer schnell herauszufinden", sagt Chris Hermann. "Und die meisten von ihnen verzichten auf einen Finderlohn." Und das kommt einer Entschlüsselung gleich. Bei registrierten Schlüsseln für Schließanlagen wie der Wohnungsgesellschaften geht das relativ schnell. Andere sollten es in der Zwischenzeit mit einem arabischen Sprichwort halten: Die Geduld ist der Schlüssel zur Freude.

Ein Schlüsselwort kann auch das Fundbüro der Stadtwirtschaft sein, denn Fundsachen aus dem Nahverkehr werden dort aufbewahrt. Und noch etwas ist schlüssig: Die aufgefundenen Schlüsselbunde in den Fundbüros gelangen nicht zur Versteigerung. Anderes schon.






Besondere Fundsachen in Weimar:

Griechische Landschildkröte Kinderwagen Grabsteinteil 20 neue Konsolen Tischtennis-Roboter Feuerlöscher Im Keller lagern zig Taschen, Rucksäcke und Einkaufstüten.

INFORM@TIONEN
www.weimar.de




ZUR SACHE



• Versteigerung von Fundsachen aus dem Weimarer Fundbüro: 20. November, 16 Uhr (Besichtigung ab 15.15 Uhr), in der Schwanseestraße 17, Großer Sitzungssaal.
• Versteigert werden: 30 Fahrräder, 26 Handys, 6 Kameras, 1 Tablet sowie Brillen, Uhren, Taschen, Rucksäcke, Feuerlöscher, Fahrradteile und Schmuck.
• Im Durchschnitt werden im Fundbüro 800 Sachen pro Jahr verwahrt. Stand: 630 Gegenstände, darunter 100 Fahrräder, 30 Handys und 100 Schlüsselbunde. • Zwei Versteigerungen gibt es im Jahr. Im März kommen ausschließlich Fahrräder unter den Hammer.
• Jede fünfte Fundsache wird vom Eigentümer abgeholt - rund 150 Gegenstände im Jahr.
• Nach einem halben Jahr ist der Finder für drei Jahre temporärer Besitzer, denn der Eigentümer hat solange Anspruch auf sein verlorenes Hab und Gut.
• Bei einer Versteigerung erzielt die Stadt zirka 2500 Euro. Regelmäßig kommen 100 bis 150 Besucher.
• Fünf Mitarbeiter des Bügerbüros betreuen im Wechsel das Fundbüro der Stadtverwaltung in der Schwanseestraße.
• Für Gefundenes in Behörden und im Nahverkehr wird Finderlohn erst ab einem Sachwert von 50 Euro fällig.
• Fundbüro-Öffnungszeiten: Mo: 7 bis 13 Uhr, Di + Do: 8 bis 18 Uhr, Mi + Fr: 8 bis 13 Uhr.
• Kontakt: Fundbüro der Stadt Weimar, Tel. 0 36 43 - 7 62 89 91; Fundbüro Stadtwirtschaft, Tel. 0 36 43 - 43 41 70.

• Fundbüro Jena: Tel. 03641 - 49 25 23, E-Mail: fundbuero@jena.de,
Weitere Informationen und Öffnungszeiten Bürgerservice Stadtmitte unter:
www.jena.de

• Fundbüro Gera: Tel. 03 65 - 8 38 24 84, E-Mail: fundbuero@gera.de, Weitere Infos und Öffnungszeiten unter: www.gera.de

• Fundbüro Gotha - Bürgerbüro, Neues Rathaus, Ekhofplatz 24, Tel. 03621 222 402,
E-Mail: buergerbuero@gotha.de

• Fundbüro Arnstadt, Stadtverwaltung, Markt 1, Tel. 03628 - 745-878,
Isabel Wichmann, E-Mail: isabel.wichmann@stadtverwaltung.arnstadt.de
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5 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 19.11.2014 | 18:40  
Thomas Gräser aus Erfurt | 19.11.2014 | 19:02  
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