Zum Tag der Berufe: Die Raupe fährt mit GPS

Kevin Röder (links) und Johannes Kürsten sind angehende Landwirte.
Neumark: Vor dem Obertore | Bodenständig, freundlich, mit dem Herzen dabei. Kevin Röder und Johannes Kürsten sind angehende Landwirte in der Erzeugergenossenschaft Neumark. Im Sommer schließen sie die Ausbildung ab. Ihre Berufsentscheidung haben sie bis heute nicht bereut. „Man kann an der frischen Luft arbeiten und moderne Technik bedienen“, beschreibt Kevin Röder die Vorzüge seiner Arbeit.

Kevin ist so wie sein Mitschüler auf dem Land groß geworden. Die Eltern beider betreiben selbst Landwirtschaft. „Das ist natürlich von Vorteil“, erklärt ihr Ausbildungsleiter Frank Hoffmann. „Aber bei uns bekommt jeder seine Chance.“ Vor allem das Interesse an der Landwirtschaft, Enthusiasmus und Willensstärke seien für die Ausbildung wichtig, der Schulabschluss hingegen zweitrangig. „Wenn der Wille da ist, bekommen wir alles andere hin“, versichert Hoffmann, „denn auch mit schulischen Problemen lassen wir den Nachwuchs nicht allein.“
Mit den großen Maschinen zu arbeiten, macht Kevin und Johannes besonderen Spaß. Die Freude an der Arbeit wiegt die arbeitsreichen Sommermonate wieder auf. „Das ist gar nicht so schlimm. Unser Hauptziel ist nun mal immer die Ernte“, erklärt Kevin Röder, der damit gut leben kann. „Natürlich gibt es auch ruhigere Zeiten“, wirft Lehrausbilder Hoffmann ein. Dann gäbe es einen Freizeitausgleich. Zudem sei die Arbeit auf den Feldern längst nicht mehr so kraftaufreibend wie früher. Der Beruf des Landwirts hat immer noch einen etwas altbackenen Ruf. „Völlig zu unrecht“, wie Hoffmann findet. „Die Raupe fährt mit GPS-Erkennung, den Traktor hält Laser-Technik in der Spur. Das viele Fahren ermüdet nicht mehr so wie in alten Zeiten, als sich der Landwirt stundenlang aufs Lenken konzentrieren musste.“

„Wir sind eines der ältesten Gewerbe. Landwirtschaft wird Zukunft haben.“

Frank Hoffmann, Ausbildungsleiter



Mit den beiden Auszubildenden hatten die Neumarker großes Glück. Aber es wird immer schwieriger, Nachwuchs zu bekommen. Deshalb wirbt man jetzt verstärkt für den Beruf. „In diesem Jahr nehmen wir erstmalig am Tag der Berufe teil“, erklärt Frank Hoffmann. Man will zeigen, wie vielfältig und modern die Arbeit in der Landwirtschaft sein kann. Wer sich für den Beruf des Landwirts entscheidet, hat zudem beste Zukunftsaussichten. „Wir übernehmen zu 100 Prozent“, verspricht Ausbilder Hoffmann. Sein Unternehmen befindet sich derzeit in einer Umbruchphase. Viele ältere Mitarbeiter werden in der nächsten Zeit das Unternehmen verlassen. Deshalb will man im kommenden Lehrjahr wieder zwei Auszubildende einstellen.

Als Landwirt stehen den jungen Leuten auch weitere Entwicklungswege offen. Einen davon geht Johannes Kürsten. Er erwirbt mit dem Abschluss zugleich sein Fachabitur und will später Agrarwissenschaften studieren.

Hintergrund
• Der 6. Tag der Berufe lädt am 20. März Schüler ab der siebten Klasse ein, rund 100 Ausbildungsberufe direkt im Unternehmen zu entdecken und Kontakte zu regionalen Unternehmen zu knüpfen.
• In Weimar und dem Weimarer Land bieten 36 Unternehmen insgesamt knapp 600 freie Plätze an. 59 Ausbildungsberufe werden vorgestellt.
• Die Agentur für Arbeit Erfurt hat bereits in allen Schulen der Region Anmeldbögen verteilt. Interessierte finden auch alle Angebote unter www.tagderberufe.de. Im Berufsinformationszentrum, im Internet, beim Berufsberater oder telefonisch  03 61 / 3 02 24 30 können sich die Jugendlichen anmelden.
• Die Anmeldungen sind bis zum 1. März erforderlich, da die Unternehmen aus Sicherheits- und Hygienebestimmungen im Vorfeld wissen müssen, wie viele Jugendliche ihr Angebot annehmen.
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