Dominik Hepp aus Erfurt zelebriert Sauna-Aufgüsse wie ein Theaterstück

Dominik Hepp ist Aufgießer aus Leidenschaft. Er nimmt deshalb gern an Aufguss-Meisterschaften teil und genießt dort die fast familiäre Atmosphäre. (Foto: privat)
Hohenfelden: Avenida Therme |

Aufguss ist nicht gleich Aufguss. Was wir in der Sauna um die Ecke erleben ist höchstens Standard. Meister-Aufgießer erzählen dabei Geschichten, wedeln ihre Handtücher in den unterschiedlichsten Techniken, lassen Musik erklingen, setzen Lichteffekte ein und verwenden oftmals selbst destillierte Öl. Zu den Besten der Besten zählt in Deutschland Dominik Hepp, der in der Avenida Therme Hohenfelden arbeitet.

Eine nicht zerschlagene Eiskugel hat den Traum vom WM-Finale platzen
lassen. Traurig über sein Missgeschick ist Dominik Hepp trotzdem nicht. „Es
war ein sehr starkes Teilnehmerfeld“, schwärmt er von der Aufguss-Weltmeisterschaft, an der er als Drittplatzierter der Deutschen Meisterschaft teilnehmen konnte. 16 Einzelkämpfer aus 20 Nationen kämpften unlängst in Brandenburg um die Krone als weltbester Aufgießer. Am Ende landete der Erfurter im guten Mittelfeld.

Aufgüsse, wie Hepp sie zelebriert, haben nichts gemein mit jenen, die in
der Sauna um die Ecke zu erleben sind. Vielmehr gleichen sie einem Schauspiel mit Musik und Lichteffekten.

„Großen Wert lege ich zudem auf die Wedeltechnik“, so Hepp. 30 Varianten
hat er vor allem bei beruflichen Einsätzen im Ausland erlernt. „In
Deutschland kennt man leider nur den Standard“, bedauert er. Fürs Wedeln
nutzt er Handtücher, die speziell für seine Auftritte genäht werden. „Im
aktuellen Programm werfe ich ein Handtuch quer durch die Sauna, laufe
ihm nach und fange es wieder auf“, erklärt der Fachangestellte für Bädertechnik, der in der Avenida-Therme in Hohenfelden arbeitet.

Im Mittelpunkt des Aufgusses steht aber eine Geschichte. Dominik Hepp
adaptiert dafür gern Kinofilme. Zur WM hat er eine Fassung vom „Duell
der Magier“ in die Sauna gebracht. Zwei Schaufensterpuppen sind seine
Mitspieler. Sie symbolisieren die gute und die böse Seite der Zauberei.
Passend zur Story wählt Hepp die Düfte. Diesmal sind es Zedernholz,
ein Räucherduft und Blutorange. Die Düfte sind rein ätherisch und werden
oftmals von Hepp zu Hause selbst destilliert.

Während der Show wird das Öl nicht mit Wasser verdünnt auf den
Saunaofen gegossen, sondern auf Eiskugeln geträufelt. Später zerschlägt sie der Aufgießer nacheinander auf dem Ofen. So breitet sich das Aroma langsam aus, wirkt intensiver. Im Vorfeld muss Hepp aber genau berechnen, wie lange sich ein Duft hält, wann ein neues Aroma das Schauspiel im Wortsinn umrahmen soll.

Bis zu einem dreiviertel Jahr steckt der Erfurter in die Vorbereitung eines
Programms. Rund 700 Euro hat er für die Magier-Show investiert. Nicht nur
Düfte und Schauspielutensilien sind zu besorgen. Zum Training nimmt
der Aufgießer lange Wege in Kauf. Regelmäßig fährt er bis ins sächsische
Eibenstock. Schließlich braucht man für Auftritte dieser Art viel Platz. Den
können nur wenige Saunen bieten.

Aufgüsse auf WM-Niveau sind im Alltag nicht umzusetzen. Mit Leidenschaft
ist Dominik Hepp dennoch am Werk. „Ein guter Aufguss beginnt mit
dem Öffnen der Tür“, erklärt er. Eine nette Begrüßung, Erläuterungen zu
den Düften und Sorgfalt beim Aufgießen und Wedeln machen jeden Saunagang zum Erlebnis. „Das Schönste ist es, die Gäste zu verzaubern.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige